SpaceX Aktie: Unter 135 Euro gefallen
Trotz Doppelstart von Starship und Falcon 9 fällt die SpaceX-Aktie unter den Emissionspreis. Ark Invest kauft während des Kursrutsches Millionenanteile.

- Starship Testflug 13 mit neuen Starlink-Satelliten
- Falcon 9 bringt Militärsatelliten ins All
- Aktie fällt unter 135 Euro Ausgabepreis
- Ark Invest kauft Aktien für 52 Millionen Dollar
Zwei Raketenstarts an einem einzigen Tag, doch die Aktie fällt unter den Ausgabepreis. Bei SpaceX klaffen operative Bestleistung und Börsenrealität gerade weit auseinander.
Am Donnerstag stehen für SpaceX gleich zwei bedeutende Missionen an. Die Starship-Megarakete startet zu ihrem 13. Testflug, parallel bringt eine Falcon 9 vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien Satelliten für die Space Development Agency ins All. Der operative Kalender ist damit prall gefüllt. Die Börse honoriert das derzeit nicht.
Starship testet neue Starlink-Generation
Der Starship-Testflug 13 startet in einem 90-minütigen Fenster ab etwa 5:45 Uhr texanischer Zeit von der Starbase-Anlage. Es ist der zweite Test der Version-3-Konfiguration der Rakete. Erstmals soll das Raumschiff dabei 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation aussetzen.
Diese Satelliten sollen die Netzwerkkapazität und die Nutzergeschwindigkeiten deutlich steigern. Sie fahren im All Solarpaneele und Antennen aus und verbinden sich per Laser mit der bestehenden Starlink-Konstellation. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ihre Untersuchung zum Zwischenfall bei Flug 12 inzwischen abgeschlossen und grünes Licht für den neuen Start gegeben. SpaceX hat an der Boosterzündung und am Antriebssystem nachgebessert, um die Zuverlässigkeit beim Wiederzünden zu erhöhen.
Zeitgleich bringt eine Falcon-9-Rakete 21 Kommunikationssatelliten für die Space Development Agency in den Orbit. Die Mission gehört zur sogenannten Tranche 1 Transport Layer E und soll sichere Kommunikation für das US-Militär und seine Verbündeten sicherstellen. Der Booster mit der Kennung B1103 soll anschließend auf einer Landeplattform im Pazifik aufsetzen.
Ungewöhnliches Startvolumen in kurzer Zeit
Die beiden Missionen reihen sich in eine dichte Startfolge ein. Zwischen dem 13. und 14. Juli hat SpaceX bereits zwei Falcon-9-Starts innerhalb von acht Stunden von gegenüberliegenden US-Küsten aus durchgeführt und dabei 56 Starlink-Satelliten ausgesetzt. Der zweite dieser Starts markierte zudem den 600. Einsatz eines bereits geflogenen Falcon-9-Boosters — ein Meilenstein für das Wiederverwendungsprogramm.
Am 14. Juli hat Starlink außerdem ein neues Endgerät für Privatkunden vorgestellt, das V5-Kit. Es ist kleiner, leichter und kommt mit einem Stromverbrauch von nur 35 bis 50 Watt aus. In Kombination mit einem neuen Wi-Fi-6-Router soll das Kit Spitzengeschwindigkeiten von über 375 Mbit/s erreichen.
Aktie fällt unter Ausgabepreis
So beeindruckend das operative Tempo ist — an der Börse zählt derzeit etwas anderes. Am Mittwoch ist die SpaceX-Aktie erstmals unter ihren Ausgabepreis von 135 Euro gefallen. Zum Handelsschluss notierte das Papier bei 117,86 Euro, ein Minus von 11,52 Prozent auf Wochensicht und 32,22 Prozent auf Monatssicht.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni, trennen die Aktie mittlerweile 39,39 Prozent. Zum frischen Jahrestief von 115,70 Euro vom Vortag beträgt der Abstand nur noch 1,87 Prozent. Der RSI von 39,2 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 95,62 Prozent zeigt das Ausmaß der Kursschwankungen.
Als Gründe für den Rückgang werten Marktbeobachter Gewinnmitnahmen, eine Neubewertung der hohen Bewertung sowie generelle Vorsicht gegenüber KI-nahen Unternehmen — ein Bereich, in dem SpaceX zunehmend aktiv ist. Trotz des Kursrutsches hat die Investmentfirma Ark Invest in der Woche bis zum 10. Juli SpaceX-Aktien im Wert von rund 52,1 Millionen Dollar gekauft, verteilt auf vier ihrer Fonds.
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt trotz der jüngsten Verluste noch immer bei umgerechnet rund 1.675 Milliarden Euro. Zwei erfolgreiche Starts könnten am Donnerstag zumindest kurzfristig Stimmung erzeugen — ob sie den seit Wochen anhaltenden Abwärtstrend brechen, ist eine andere Frage.
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