SpaceX Aktie: Woods 10-Billionen-Wette
Cathie Wood leitet aus 10.000 Starship-Flügen jährlich ein enormes Umsatzpotenzial ab, während SpaceX hohe Investitionen und Verluste verbucht.

- Woods Modell basiert auf Starlink-Kapazität
- 10.000 jährliche Flüge bleiben Fernziel
- SpaceX steigert Umsatz und EBITDA
- Freier Cashflow deutlich negativ
Zehn Billionen Dollar Jahresumsatz allein aus Starship-Starts — das ist die Zahl, mit der Cathie Wood gerade für Gesprächsstoff sorgt. Die ARK-Investmentchefin bezeichnet den Ausgabepreis des SpaceX-Börsengangs im Rückblick als Schnäppchen, sollte Elon Musk sein Ziel von 10.000 Starship-Flügen pro Jahr bis 2030 erreichen. Musk selbst nannte das Vorhaben auf die Anfrage hin nicht unmöglich.
Die Rechnung hinter der Zahl
ARK-Analyst Sam Korus leitet die Summe aus der Starlink-Umsatzeffizienz ab: Rund 19 Millionen Dollar Jahresumsatz erzielt das Netzwerk je Terabit pro Sekunde Kapazität. Ein voll beladenes Starship liefert rund 61 Tbps zusätzliche Kapazität, macht rechnerisch etwa eine Milliarde Dollar wiederkehrenden Umsatz pro Start. Multipliziert mit Musks Flugziel ergibt das die zehn Billionen Dollar, auf die Wood verweist.
Die Modellrechnung bleibt jedoch eine theoretische Ableitung, keine Unternehmensprognose. Sie setzt voraus, dass jeder der 10.000 Flüge im gleichen Maß zur Starlink-Kapazität beiträgt und die angenommene Umsatzeffizienz stabil bleibt — obwohl diese laut ARK-Daten bereits von 23 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf 19 Millionen Dollar im Jahr 2025 gesunken ist.
Von der nötigen Flugkadenz ist SpaceX derzeit weit entfernt. 10.000 Starts pro Jahr bedeuten mehr als 27 erfolgreiche Flüge täglich. Seit dem Börsengang zum Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie absolvierte Starship bislang einen suborbitalen Testflug im Juli. Der für heute geplante 14. Testflug soll erstmals einen Erdorbit erreichen und dabei 26 Starlink-Satelliten der dritten Generation aussetzen.
Wachstum trifft auf Kapitalbedarf
Operativ liefert SpaceX durchaus Substanz. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA legte um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu, während sich der Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar verringerte. Die Starlink-Sparte allein setzte 4,3 Milliarden Dollar um.
Gegenläufig wirkt der Cashflow: Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete SpaceX einen negativen freien Cashflow von rund 25 Milliarden Dollar, getrieben von hohen Investitionen unter anderem ins KI-Geschäft. Laut Börsenprospekt entfallen mehr als 90 Prozent des angegebenen adressierbaren Gesamtmarkts von 28,5 Billionen Dollar auf KI-Anwendungen — nicht auf Raumfahrt oder Satelliteninternet.
Auch Musks eigene Prognosen wirken im Vergleich zu Woods Zahl moderater: Für 2030 stellte er rund eine Billion Dollar Umsatz in Aussicht, für 2033 rund 3,5 Billionen Dollar.
Gespaltenes Analystenbild, breite Rückendeckung
Unter den 34 von TipRanks erfassten SpaceX-Analysten dominieren Kaufempfehlungen: 26 stufen die Aktie mit Buy ein, sechs mit Hold, zwei mit Sell. Das mittlere Kursziel liegt bei 232,07 Dollar, die Spanne reicht von 75 bis 800 Dollar.
Pivotal Research nahm die Beobachtung im September mit Buy und einem Kursziel von 220 Dollar auf, Wells Fargo bestätigte seine Kaufempfehlung bei 212 Dollar. Zurückhaltender bleibt MoffettNathanson mit Hold und einem Kursziel von 142 Dollar.
Auch Morgan Stanley bekräftigte zuletzt seine positive Einschätzung und sieht SpaceX für Anleger mit langfristigem KI-Fokus als vergleichsweise stabile Beimischung. ARK Invest selbst stockte Ende August seine Position weiter auf — gestützt auf ein Langfristmodell, wonach SpaceX nach Fertigstellung der Starlink-Konstellation um das Jahr 2035 rund 300 Milliarden Dollar Jahresumsatz erzielen könnte.
Ob der für heute angesetzte Starship-Flug den Sprung in den Erdorbit schafft, dürfte die Debatte um Musks Flugtempo-Ziele in den kommenden Wochen neu befeuern.
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