Spezialchemie-Anbieter Alzchem bereitet Börsengang vor

Aus Bayern könnte die erste interessante Neuemission in diesem Jahr an die deutsche Börse kommen. Denn das dort beheimatete Spezialchemie-Unternehmen Alzchem möchte noch im ersten Halbjahr seine Aktien am regulierten Markt (Prime Standard) platzieren.

Geplant ist ein Emissionserlös von 40 bis 50 Millionen Euro. Dieser soll aus einer Kapitalerhöhung im Rahmen des Börsenganges stammen. Das Geld ist bereits größtenteils verplant und soll in eine neue Produktionsanlage investiert werden. Das Unternehmen selbst ist deutscher Mittelstand at its best.

Alzchem beliefert breites Anwendungs-Spektrum

Alzchem ist in verschiedenen Geschäftsbereichen unterwegs. So liefert das Unternehmen verschiedene Stoffe, die beispielsweise in Sportnahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungen zum Einsatz kommen. Andere Produkte kommen in der pharmazeutischen Industrie zum Einsatz. Mit seinen Spezialchemie-Produkten ist das Unternehmen auch im Bereich erneuerbarer Energien unterwegs. Dort liefert man beispielsweise sogenannte Vernetzer für die Herstellung von Verbundwerkstoffen. Weitere Einsatzgebiete finden sich in der Feinchemie, der Landwirtschaft und Metallurgie.

Mit insgesamt 1.480 Mitarbeitern erwirtschaftete Alzchem in 2015 einen Nettoumsatz von 322,6 Millionen Euro bei einem positiven EBITDA von 33,2 Millionen Euro für die ersten neun Monate des vergangenen Geschäftsjahres meldete die Firma einen Umsatz von 250,5 Millionen Euro (ein Plus zum Vorjahr von 0,9 %). Das EBITDA legte um 6,1 % auf 49,6 Millionen Euro zu. Erstmalig wies man für die ersten neun Monate auch ein bereinigtes EBITDA aus, das die Kosten für den geplanten Börsengang herausrechnete. Dieses betrug 35,9 Millionen Euro, was einer Marge von 14,3 % entsprach.

Spezialchemie als Hauptumsatz- und Gewinnträger

Das Unternehmen macht rund 51 % seines Umsatzes mit Spezialchemie. Weitere 42 % werden der Sparte Basics & Intermediates zugeordnet, wo Alzchem chemische Zwischenprodukte hauptsächlich auf Calciumcarbid- und Calciumcyanamid-Basis produziert. Mit einer EBITDA-Marge 23,4 % in den ersten neun Monaten 2016 war dabei der Bereich Spezialchemie deutlich überproportional profitabel.

AlzChem ist derzeit im Besitz von drei Family Offices. Diese geben im Rahmen des Börsengangs neben der geplanten Kapitalerhöhung auch Aktien ab, dürften aber weiterhin das Sagen im Unternehmen behalten. Details zum Emissionspries wurden noch nicht genannt.

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