St George Mining Aktie: 0,0457 Euro, neues 52-Wochen-Tief
Trotz Anteilserhöhung durch Milliardärin Rinehart und operativer Fortschritte fällt die Aktie auf ein neues Jahrestief. Der Markt bleibt skeptisch.

- Neues 52-Wochen-Tief erreicht
- Rinehart stockt Anteil auf 10,5% auf
- Pilotstudie zur Niob-Flotation läuft
- Investoren-Update für Mittwoch angekündigt
Ein australischer Bergbau-Milliardär erhöht seinen Anteil, das Werk in Brasilien läuft auf Hochtouren – und trotzdem rutscht die Aktie auf ein neues Jahrestief. Bei St George Mining klaffen strategisches Vertrauen und Börsenrealität derzeit deutlich auseinander.
Am Montag markierte die Aktie mit 0,0457 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Auf Monatssicht verlor das Papier 18,12 Prozent. Der Relative-Stärke-Index steht bei 30,6 und nähert sich damit der Marke, ab der Analysten von einer überverkauften Situation sprechen.
Rinehart baut Position aus
Die Kursschwäche fällt in eine Phase, in der das Unternehmen gerade prominente Rückendeckung bekommen hat. Hancock Prospecting, die private Bergbaugruppe der australischen Milliardärin Gina Rinehart, hat ihren Anteil an St George Mining auf rund 10,5 Prozent aufgestockt. Der Einstieg folgt auf eine erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung über 60 Millionen australische Dollar Anfang Juli.
Für Marktbeobachter ist das ein Signal. Rinehart gilt als Australiens einflussreichste Bergbau-Investorin – ihr Engagement wird von Analysten als Bestätigung für das Kernprojekt des Unternehmens gewertet: die Araxá-Niob-Seltene-Erden-Lagerstätte in Brasilien.
Das Projekt liegt im Barreiro-Karbonatit-Komplex, direkt neben der weltweit größten Niob-Mine, die vom Branchengiganten CBMM betrieben wird. Diese Nähe und die hohe Erzqualität positionieren St George Mining als möglichen westlichen Gegenspieler in einer Lieferkette, die bislang von chinesischer Produktion dominiert wird.
Pilotanlage läuft, Ressource wächst
Operativ tut sich einiges. Im Juli führt das brasilianische Forschungsinstitut CIT-SENAI eine einmonatige Pilotstudie zur Niob-Flotation durch. Ziel ist es, das unternehmenseigene Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Niob- und Seltene-Erden-Konzentraten zu verfeinern.
Jüngste Bohrergebnisse untermauern die Größe der Lagerstätte. Die Mineralisierung zieht sich durchgängig von der Oberfläche bis in eine Tiefe von fast 200 Metern. Die aktuelle JORC-konforme Ressource liegt bei 70,91 Millionen Tonnen mit einem Durchschnittsgehalt von 4,06 Prozent Seltene-Erden-Oxiden und 0,62 Prozent Niob-Pentoxid.
Exekutiv-Chairman John Prineas treibt parallel die Machbarkeitsstudien voran. Für die kommenden zwölf bis achtzehn Monate stehen eine Scoping-Studie und finale metallurgische Ergebnisse auf der Agenda – Zwischenschritte auf dem Weg zu einer möglichen finalen Investitionsentscheidung.
Markt bleibt skeptisch
Die Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Kursverlauf wirft Fragen auf. Offenbar preist der Markt trotz der Unterstützung durch Hancock Prospecting weiterhin erhebliche Projektrisiken ein – etwa mit Blick auf Finanzierungsbedarf, Genehmigungsverfahren oder den langen Weg bis zur eigentlichen Produktion.
Am Mittwoch, den 22. Juli, steht ein Investoren-Update an. Dort dürften weitere Details zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Araxá-Projekts sowie zum weiteren Zeitplan folgen.
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