Stada: Geht es den Kleinaktionären an den Kragen?

Mit einer ziemlich rabiaten Methode wollen die Mehrheitseigentümer bei Stada Arzneimittel die Kleinanleger loswerden. Wie Nidda Healthcare mitteilte, soll Stada von der Börse genommen werden.

Damit will man die übrigen Aktionäre zu einem Verkauf ihrer Anteilsscheine bewegen. Hinter Nidda Healthcare stehen die beiden Private-Equity-Firmen Bain Capital und Cinven. Gemeinsam haben sie mit knapp 65 % der Stada-Anteile die Mehrheit.

So will der Mehrheitsaktionär die anderen loswerden

Nachdem im Frühjahr ein Angebot über 74,40 Euro je Aktie für die übrigen Anteile nicht sonderlich erfolgreich war, will man nun die mit Aktionäre über das Delisting loswerden. Das ist durchaus ein legaler Weg, der die restlichen Aktionäre unter Zugzwang bringt, da ohne eine Börsennotierung ein Handel der Anteile faktisch nicht mehr möglich ist. Der Mehrheitsaktionär hat bereits den Vorstand beauftragt, die Börsenzulassung sowohl für alle Aktien als auch für eine noch bis 2022 ausstehende Anleihe zu widerrufen. Als Grund wird vorgeschoben, dass damit erhebliche Kosten und Managementkapazitäten eingespart werden könnten.

Stada ist bald Geschichte

Die Abfindungsofferte wird letztlich von der Finanzaufsicht BaFin festgelegt. Dieser geht nach den Durchschnittskursen der letzten sechs Monate. Das dürfte einen Abfindungskurs zwischen 81 und 82 Euro je Aktie bedeuten. Dabei war bereits zu hören, dass zwei Anteilseigner mit zusammen 12 % des Aktienbestandes die Annahme der Offerte signalisiert hätten.

Börse preist Abfindung ein

Damit dürfte letztlich das Schicksal von Stada als börsennotiertes Unternehmen besiegelt sein. Das sorgte zum Wochenauftakt natürlich für einige Turbulenzen in der Notierung. Aber mit einem Schlusskurs von knapp unter 82 Euro dürfte der Markt in seiner Einschätzung zum Abfindungskurs nicht so falsch liegen. Denn letztlich ist klar, dass hier die Minderheitsaktionäre am weitaus kürzeren Hebel sitzen.

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