Stada: Kann der Pharmakonzern der Rubelschwäche trotzen?

Russland ist für die Stada Arzneimittel AG der bedeutendste Auslandsmarkt. Damit fangen die Probleme an. Aufgrund der Ukraine-Krise und des in der Folge abstürzenden Rubels konnte Stada die gewohnten Umsätze in dieser Region nicht mehr erreichen.

 

© Stada Arzneimittel
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So sank der Umsatz in Russland unter Anwendung der vorjährigen Wechselkurse um 21%. Gerechnet in Euro wurde durch den deutlich negativen Währungseffekt des Rubels ein Rückgang des Umsatzes um 43% auf 44,5 Mio. Euro verzeichnet.

 

Finanzkennzahlen bei Stada rückläufig

Es gab jedoch nicht nur negative Nachrichten für das 1. Quartal. In Deutschland, Zentraleuropa sowie in der Region Asien/Pazifik konnte Stada den Umsatz verbessern. So wurde in Deutschland ein Umsatzwachstum um 1%, in Zentraleuropa um 3% und in der Region Asien/Pazifik & MENA um satte 53% gesteigert.

Der Konzernumsatz war dagegen um 4% rückläufig. Hier wurden nach 507,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum 486,2 Mio. Euro ausgewiesen. Das operative Ergebnis sank von zuvor 63,1 Mio. Euro um 20% auf 50,4 Mio. Euro. Beim EBITDA ging es um 19% auf 92,6 Mio. Euro abwärts. Der Konzerngewinn sank um 39% und belief sich damit auf 21,2 Mio. Euro.

Negativ auf den Umsatz wirkte sich aus, dass im letzten Quartal 2014 gerade in Russland eine hohe Anzahl von Bestellungen von Großhändlern und Apotheken zu verzeichnen war. Erwartete Preiserhöhungen waren hier laut Stada der Grund, sodass sich diese im Vorfeld getätigten Bestellungen ungünstig auf das 1. Quartal 2015 auswirkten.

Bereinigt um verzerrende Einflüsse und einmalige Sondereffekte lag das operative Ergebnis bei 68 Mio. Euro, was einem Minus von 22% entsprach. Das EBITDA sank um 19% auf 926 Mio. Euro und der Konzerngewinn reduzierte sich um 28% auf 37,9 Mio. Euro.

 

Stada reagiert mit Gewinnwarnung

Der Vorstand von Stada sieht sich auch für das restliche Geschäftsjahr mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. So erwartet man für 2015 nur ein leichtes Wachstum beim bereinigten Konzernumsatz.

Für den Gewinnbeitrag aus Russland geht man von einer weiteren Senkung aus. Gründe hierfür sind laut Stada die anhaltende Schwäche des Rubels, die allgemeine Marktlage und gestiegene Risiken in Zusammenhang mit der Stimmung der Konsumenten. Insofern wird beim bereinigten EBITDA und dem bereinigten Konzerngewinn von einem deutlichen Rückgang ausgegangen.

 

Markt reagiert überraschend auf Ergebnisse von Stada

Hatte man vielleicht einen nachhaltigen Absturz der Papiere von Stada infolge der gemeldeten Ergebnisse erwartet, wurde hier überraschendes präsentiert. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse ging es zwar erst einmal bergab.

Einen Tag später sah das Ganze jedoch wieder wesentlich entspannter aus und die Aktie von Stada konnte die Verluste des Vortages fast gänzlich wieder ausgleichen. Doch wohin wird die Reise jetzt gehen?

150511 Stada

In jedem Fall sollten Sie hier achtsam bleiben und Ihr Investment gegen Verluste absichern. Als Grenze würden wir hier 31,50 Euro ansetzen. Sackt der Kurs unter diese Unterstützung könnte es weiter bergab gehen.

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