Stada mit deutlichem Gewinnsprung

Der Arzneimittelhersteller Stada liegt seit Monaten im Fokus der Marktteilnehmer. Seitdem sich Active Ownership im Frühjahr mit 5,05% an dem Konzern beteiligt hatte, wurden immer neue Forderungen laut.

© Stada
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Active Ownership, welche zusätzlich noch 1,92% über Optionen an Stada hält, verlangte mehr Einfluss und forderte u. a. eine Neubesetzung des Aufsichtsrates und darüber hinaus eine Abschaffung der vinkulierten Namensaktien. Stada verschob daraufhin die Hauptversammlung auf den 26. August und will auf dieser selbst neue Mitglieder für den Aufsichtsrat vorschlagen.

Dazu kam, dass der bisherige Vorstandschef Hartmut Retzlaff sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ruhen lässt und diese Funktion nunmehr von Matthias Wiedenfels besetzt ist. Nichtsdestotrotz bewies Stada, dass man sich weiterhin voll auf die Geschäfte konzentriert und konnte ein durchaus gutes Halbjahresergebnis vorweisen.

Stada mit guter Halbjahresbilanz

In den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres lag das bereinigte EBITDA bei gut 202 Mio. Euro und damit 7% über dem des Vorjahreszeitraumes. So konnte Stada unter dem Strich einen Gewinn von 82 Mio. Euro erzielen, ein Plus von 53%. Der bereinigte Konzerngewinn erreichte ein Plus von 13% und damit 96,1 Mio. Euro.

In die Karten spielte dem Konzern neben einer besseren Steuerquote und gesunkenen Sonderaufwendungen auch das starke Geschäft mit Generikaprodukten in Deutschland. Aber auch die Markenprodukte des Konzerns trugen zu diesem guten Ergebnis bei.

Insgesamt stieg der Umsatz um 1% auf 1,03 Mrd. Euro. Während die Umsätze in der Sparte Generika insgesamt um 2% sanken, verzeichnete die Sparte Markenprodukte ein Umsatzplus von 5%. Das Ergebnis je Aktie stieg um 50% von 0,88 Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,32 Euro.

Für das Gesamtjahr wurden die Ziele vom Unternehmen bestätigt. Umsatz und bereinigter Gewinn sollen leicht steigen.

Vorstand legt in Sachen Zukunft nach

Zugleich verkündete der Vorstand eine Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. Dies wahrscheinlich mit dem Ziel, den Angriffen von Active Ownership und dem US-Investor Guy Whysser-Pratte, welcher knapp 3% an Stada hält, etwas Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der Pharmakonzern will dazu die beiden Bereiche Generika und Markenprodukte konsequent internationalisieren und weiterentwickeln. Dazu sollen Wachstumsmärkte stärker erschlossen werden und die Konzernstruktur insgesamt effizienter gestaltet werden. Deshalb wird der Konzern in der Zukunft nicht mehr nach Marktregionen, sondern nach den beiden Segmenten gesteuert.

Aktie in Richtung Jahreshoch?

Der Markt honorierte das sehr gute Halbjahresergebnis mit einem Plus für die Aktien des Unternehmens. Die Papiere liegen seit Februar dieses Jahres in einem starken Aufwärtstrend, welcher im Mai durch aufgekommene Übernahmegerüchte zusätzlich angeheizt wurde.

So wurde heute auch die Marke von 49,00 Euro kurzzeitig durchbrochen, allerdings konnten die Papiere dieses Niveau nicht halten.

160804 Stada

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