Stadler Rail Aktie: Alstom verzichtet auf Rechtsmittel
Stadler Rail erhält endgültig den Zuschlag für 350 neue S-Bahn-Züge in Berlin. Der Auftrag stärkt die Marktposition und das Rekordorderbuch des Schweizer Herstellers.

- Rechtsstreit um Berliner S-Bahn-Auftrag beigelegt
- Lieferung von 350 neuen S-Bahn-Zügen vereinbart
- Umsatzsteigerung auf 3,7 Milliarden CHF erzielt
- Rekordauftragsbestand von 32,3 Milliarden CHF
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail hat einen bedeutenden juristischen und wirtschaftlichen Erfolg erzielt. Der milliardenschwere Auftrag für die Berliner S-Bahn ist endgültig gesichert, nachdem der Wettbewerber Alstom offiziell auf weitere Rechtsmittel gegen die Vergabe verzichtet hat. Damit ist der Weg frei für eines der größten Infrastrukturprojekte der deutschen Hauptstadt, das die Position von Stadler Rail auf dem europäischen Markt massiv stärkt.
Meilenstein für die Berliner S-Bahn
Das Konsortium aus Stadler Deutschland und Siemens Mobility erhält den Zuschlag für die Lieferung von insgesamt 350 neuen S-Bahn-Zügen für Berlin. Der Auftrag umfasst nicht nur die Produktion der vier-Wagen-Einheiten, sondern beinhaltet auch die Instandhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren sowie den Betrieb der Teilnetze Nord-Süd und Stadtbahn für 15 Jahre. Die neuen Fahrzeuge sollen auf weiterentwickelten Versionen bestehender Modelle basieren.
Laut Michael Peter, CEO von Siemens Mobility, und Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler markiert dieser Deal einen technologischen Sprung für den Berliner Nahverkehr. Die Züge werden mit modernen Mehrzweckbereichen, barrierefreien Toiletten und verbesserten Klimaanlagen ausgestattet. Zusätzlich ist die Integration von USB-C-Ladestationen vorgesehen. Siemens übernimmt im Rahmen der Partnerschaft die Wartung und setzt dabei auf digitale Lösungen zur vorausschauenden Instandhaltung.
Rekordauftragsbestand und starke Bilanz
Die rechtliche Absicherung des Berlin-Auftrags trifft auf ein Unternehmen, das bereits auf einem soliden finanziellen Fundament steht. Im Geschäftsjahr 2025 konnte Stadler Rail den Umsatz um 12 Prozent auf 3,7 Milliarden CHF steigern. Besonders beeindruckend entwickelte sich das Ergebnis: Das EBIT belief sich auf 160,6 Millionen CHF, was einer Marge von 4,4 Prozent entspricht. Der Konzerngewinn verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 100,7 Millionen CHF.
Parallel dazu wuchs das Orderbuch auf ein Rekordniveau von 32,3 Milliarden CHF an. Neben dem Erfolg in Deutschland konnte sich das Unternehmen auch international profilieren. So sicherte sich Stadler Rail einen Auftrag der Austin Transit Partnership über 21 Stadtbahnen für den Einsatz im US-Bundesstaat Texas.
Ausblick und Marktperformance
Für das laufende Jahr 2026 hat sich die Unternehmensführung ehrgeizige Ziele gesetzt und strebt einen Umsatz von mehr als 5 Milliarden CHF an. Diese Prognose wird durch die Bestätigung von Personalien im Top-Management gestützt. Die Hauptversammlung bestätigte jüngst Soussan und Schöllhorn in ihren Funktionen im Verwaltungsrat, was für Kontinuität in der strategischen Ausrichtung sorgt.
An der Börse wird die Entwicklung des Unternehmens positiv quittiert. Die Aktie notiert aktuell bei 25,00 € und konnte seit Jahresanfang bereits um 15,42 % zulegen. Trotz der jüngsten Erfolgsmeldungen bleibt jedoch noch Raum nach oben bis zum bisherigen 52-Wochen-Hoch, das am 6. Juli 2026 bei 27,86 € markiert wurde. Investoren blicken nun gespannt auf den 26. August 2026, an dem Stadler Rail seinen detaillierten Halbjahresbericht vorlegen wird.
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