Stadler Rail Aktie: Chicago-Durchbruch!
Acht batterieelektrische FLIRT-Züge sind für Metra bestellt; Stadler Rail meldet zudem Führungswechsel und weitere internationale Projekte.

- Metra bestellte acht Batterie-FLIRT-Züge
- Fahrgastbetrieb in den USA ab 2028 geplant
- Philipp Brunner wird 2027 CEO
- Stadler-Aktie seit Jahresbeginn 51 Prozent im Plus
Gestern präsentierten Stadler Rail und der US-Bahnbetreiber Metra auf der Fachmesse APTA EXPO den ersten batterieelektrischen FLIRT-Zug für die Vereinigten Staaten. Die Nahverkehrsgesellschaft aus dem Großraum Chicago hat insgesamt acht dieser Züge bestellt. Der fahrplanmäßige Einsatz im Fahrgastbetrieb soll bis 2028 aufgenommen werden.
Mit diesem Schritt demonstriert das Schweizer Bahntechnikunternehmen die Einsatzfähigkeit emissionsarmer Antriebe auf Strecken ohne durchgehende Oberleitung im nordamerikanischen Markt. Für den Schienenfahrzeughersteller eröffnet die Baureihe wichtige Chancen, da Verkehrsbetriebe in den USA zunehmend nach Wegen suchen, Dieselverkehre auf bestehenden Vorortstrecken abzulösen.
Internationale Auslieferungen und neue Großprojekte
Neben den Schritten in Übersee meldet das Unternehmen Fortschritte auf den europäischen Märkten. In Litauen kündigte das Bahnunternehmen LTG Link an, ab dem 22. Oktober neue Stadler-Flirt-Züge im regulären Verkehr einzusetzen. Die neuen Einheiten sollen auf den Verbindungen zwischen Vilnius und Kaunas sowie zwischen Vilnius und Trakai verkehren.
Medienberichten zufolge erreichte das Unternehmen zudem in Dänemark die Endauswahl für ein städtisches Schienenprojekt. Gemeinsam mit einem Konsortium steht Stadler in der Schlussphase der Ausschreibung für die neue Kopenhagener Metro-Linie M5. Die endgültige Vergabe dieses Infrastrukturprojekts ist für Ende 2027 vorgesehen.
Solche internationalen Vorhaben stützen die Auslastung der Produktionsstandorte über mehrere Jahre. Die Nachfrage nach maßgeschneiderten Triebzügen und Nahverkehrsflotten bietet eine solide Basis für den Auftragsbestand, während Verkehrsverbünde weltweit ihre Fahrzeugflotten modernisieren.
Vorbereiteter Wechsel an der Konzernspitze
Parallel zu den operativen Fortschritten ordnet der Zughersteller seine Führungsebene neu. Der Verwaltungsrat ernannte Philipp Brunner zum neuen Chief Executive Officer ab dem 1. Januar 2027. Er wird Markus Bernsteiner ablösen, der sich künftig auf Aufgaben im Verwaltungsrat konzentrieren soll.
Gleichzeitig verzeichnet das Unternehmen weitere Bestellungen aus dem Spezialsegment. Die MVR AG orderte zwei Hybrid-Zahnradlokomotiven für den Unterhalt der Strecke Montreux–Rochers-de-Naye, deren Betriebsstart für 2029 vorgesehen ist. Zudem kaufte ein Mitglied der Geschäftsleitung ein Aktienpaket mit einem Transaktionswert von CHF 1.486.300.
An der Börse wird die Entwicklung des Zugherstellers positiv honoriert. Die Aktie von Stadler Rail beendete den gestrigen Handelstag bei einem Kurs von 32,78 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursgewinne damit auf 51 Prozent.
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