Stadler Rail Aktie: Die SBB-Flotte ist da!
Nach termingerechten Zugübergaben bestellte Saudi Arabia Railways zehn weitere Intercity-Züge; Philipp Brunner übernimmt 2027 die Konzernführung.

- SBB erhielt alle 60 Doppelstockzüge
- Sechs FLIRT-Züge in Italien ausgeliefert
- Saudi-Arabien bestellte zehn weitere Intercity-Züge
- Philipp Brunner wird 2027 Group CEO
Stadler Rail unterstreicht zu Beginn des vierten Quartals seine Liefertreue und verzeichnet kontinuierliche Fortschritte bei internationalen Bahnbetreibern. An den europäischen Handelsplätzen legte die Aktie am Freitag um 3,9 Prozent auf 32,76 Euro zu. Damit summiert sich der Kursgewinn seit Jahresbeginn auf 51 Prozent.
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller beweist auf mehreren Märkten, dass die planmäßige Umsetzung des Auftragsbestands gelingt. Für Verkehrsunternehmen ist die Pünktlichkeit bei Fertigung und Zulassung neuer Triebzüge ein zentrales Kriterium bei Vergaben. Die verlässliche Abwicklung bestehender Verträge stärkt die Position des Konzerns bei künftigen Ausschreibungen nachhaltig.
Termingerechte Übergaben in der Schweiz und Italien
Im Heimatmarkt schloss Stadler ein zentrales Flottenprojekt erfolgreich ab. Am 2. Oktober übergab das Unternehmen den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) den letzten von 60 Doppelstock-Interregiozügen der Baureihe RABe 512. Wie Stadler bestätigte, erfolgte die Auslieferung sämtlicher Fahrzeuge vollständig im vereinbarten Zeitplan.
Termintreue gilt im Schienenfahrzeugbau als wesentlicher Erfolgsfaktor, da Verzögerungen bei der Inbetriebnahme regelmäßig zu finanziellen Belastungen führen. Die reibungslose Übergabe der Baureihe festigt die Zusammenarbeit mit der Schweizer Staatsbahn.
Auch im italienischen Regionalverkehr kam ein Projekt zum Abschluss. Am Mittwoch lieferte Stadler die gesamte Flotte von sechs elektrischen FLIRT-Triebzügen für das Aostatal aus. Die Einheiten wurden am Bahnhof Torino Porta Nuova vorgestellt. Die Betreuung endet nicht mit der Auslieferung: Gemeinsam mit Trenitalia übernimmt Stadler die Instandhaltung der Flotte über einen Zeitraum von fünf Jahren.
Alternative Antriebe und Aufträge im Ausland
Parallel zu den europäischen Strecken treibt das Unternehmen technische Neuentwicklungen in Nordamerika voran. Auf der Fachmesse APTA EXPO präsentierten die Schweizer am Montag gemeinsam mit Metra, dem Vorortbahnbetreiber für Chicago, den ersten batterieelektrischen FLIRT-Triebzug für den US-Markt. Das dortige Verkehrsunternehmen hatte acht dieser Einheiten bestellt.
Batteriebetriebene Züge gewinnen international vor allem auf Streckenabschnitten an Bedeutung, deren Elektrifizierung über Oberleitungen wirtschaftlich kaum darstellbar ist. Mit dem Projekt demonstriert der Hersteller seine Einsatzfähigkeit bei alternativen Antrieben im US-Personenverkehr.
Die Nachfrage nach Personenzügen reicht über westliche Märkte hinaus. Gestern übte Saudi Arabia Railways eine Option aus einem früheren Vertrag aus und bestellte zehn zusätzliche Intercity-Züge. Der Wert dieses Auftrags übersteigt CHF 300 Mio. Die dortige Flotte wächst damit auf insgesamt 20 Züge an, während der bestehende Wartungsvertrag erweitert wird.
Langfristige Wartungsverträge sichern dem Bahntechnikkonzern planbare Erlöse über den reinen Fahrzeugverkauf hinaus. Dieses Servicegeschäft stabilisiert die Ertragskraft über den gesamten Lebenszyklus der Züge.
Führungswechsel mit Vorlauf geregelt
Auf der Führungsebene stellt Stadler die Weichen für die personelle Zukunft. Am 29. September gab das Unternehmen bekannt, dass Philipp Brunner mit Wirkung zum 1. Januar 2027 zum Group CEO ernannt wird. Er soll Markus Bernsteiner an der Konzernspitze ablösen. Mit der frühzeitigen Weichenstellung sorgt der Verwaltungsrat für Kontinuität bei der Steuerung der internationalen Großprojekte.
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