Stadler Rail Aktie: Doppelschlag mit Beigeschmack

Der Schweizer Zugbauer erhält einen Zuschlag aus Sachsen, kämpft aber mit Mängeln am Erfolgsmodell TINA und einem negativen Cashflow, was Short-Seller anlockt.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Auftrag für 14 Straßenbahnen in Sachsen ab 2028
  • Technische Probleme bei Drehgestellen des Modells TINA
  • Freier Cashflow trotz Gewinnsteigerung im Minus
  • Hoher Short-Interest und personelle Verstärkung im Rat

Ein neuer Großauftrag aus Sachsen füllt die ohnehin prallen Auftragsbücher des Schweizer Zugherstellers weiter auf. Auf den ersten Blick wirkt der Zuschlag für neue Straßenbahnen wie ein reiner Routine-Erfolg. Hinter den Kulissen kämpft Stadler allerdings mit technischen Mängeln beim bestellten Modell und einer angespannten Cashflow-Situation.

Profiteur einer Insolvenz

Die Verkehrsbetriebe in Görlitz und Zwickau mussten ihre Beschaffung komplett neu aufrollen. Der ursprüngliche Hersteller HeiterBlick rutschte in die Insolvenz. Nach einer europaweiten Neuausschreibung setzte sich Stadler im finalen Bieterprozess durch. Ab 2028 sollen 14 bestellte Niederflurbahnen auf den sächsischen Meterspurnetzen rollen. Gefertigt werden die rund 30 Meter langen Fahrzeuge im polnischen Stadler-Werk.

Technische Hürden beim Erfolgsmodell

Die Plattform TINA hat sich rasch am europäischen Markt etabliert und fährt bereits in Städten wie Den Haag oder Rostock. Ausgerechnet dieses Vorzeigemodell bereitet intern aktuell Kopfzerbrechen. Wegen Lärm- und Vibrationsproblemen an neu konstruierten Drehgestellen stoppten Darmstadt und Basel zuletzt die Abnahme. Bis Ende 2026 muss der Konzern 25 Fahrzeuge auf eigene Kosten nachrüsten. Marktbeobachter werten die schnelle Lösung dieses Problems als essenziell für künftige Ausschreibungen.

Wachstumsdruck und Short-Seller

Finanziell navigiert das Unternehmen durch eine anspruchsvolle Phase. Zwar verdoppelte sich der Reingewinn im vergangenen Jahr auf gut 100 Millionen Schweizer Franken. Parallel dazu drückt der freie Cashflow tief ins Minus. Finanzchef Raphael Widmer rechnet auch für das laufende Jahr nicht mit einem positiven Nettoumlaufvermögen. Entsprechend skeptisch agieren Leerverkäufer: Laut UBS-Daten weisen die Papiere derzeit einen der höchsten Short-Interest-Anteile der Branche auf.

Auf der Hauptversammlung im Mai zieht das Unternehmen nun personelle Konsequenzen für das weitere Wachstum. Mit Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn rücken zwei erfahrene Industrie-Manager in den Verwaltungsrat ein. Sie sollen helfen, den massiven Auftragsbestand von über 32 Milliarden Schweizer Franken effizient abzuarbeiten. Spätestens im August müssen die Halbjahreszahlen dann belegen, ob die internen Programme die Margen tatsächlich stützen.

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