Stadler Rail Aktie: Kampfansage!

Stadler Rail geht juristisch gegen die Vergabe eines 2-Milliarden-Franken-Auftrags an Siemens vor. Die Differenz im Angebotspreis betrug lediglich 0,6 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Juristischer Einspruch gegen SBB-Entscheidung
  • Milliardenauftrag mit minimalem Preisunterschied verloren
  • SBB verweist auf niedrigere Betriebskosten
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 21,66 Euro

Es ist der Albtraum eines jeden Unternehmers: Man verliert einen prestigeträchtigen Milliardenauftrag auf dem Heimatmarkt – und das denkbar knapp. Genau dieses Szenario will der Schweizer Zughersteller Stadler Rail nicht akzeptieren und geht nun in die Offensive. Nachdem der Großauftrag der SBB überraschend an den deutschen Konkurrenten Siemens ging, reichte Stadler am Wochenende offiziell Beschwerde ein. Anleger müssen sich zum Wochenstart auf Turbulenzen einstellen: Ist das der Beginn eines langen Rechtsstreits oder ein verzweifelter Versuch, das Unvermeidliche abzuwenden?

Eskalation um 0,6 Prozent

Der Streit dreht sich um nicht weniger als die Zukunft der S-Bahn Zürich und der Westschweiz. Stadler Rail hat den Zuschlag für 116 Doppelstockzüge mit einem Volumen von rund 2 Milliarden Franken verpasst. Besonders bitter: Laut Stadler lag die eigene Offerte beim Fahrzeugpreis lediglich 0,6 Prozent über dem Angebot von Siemens. Das Management in Bussnang bezeichnet die Bewertung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) als “nicht nachvollziehbar” und fordert nun vor dem Bundesverwaltungsgericht Transparenz ein.

Doch die SBB halten vehement dagegen. Zwar sei der reine Kaufpreis bei Siemens nur minimal günstiger, doch der entscheidende Faktor seien die Betriebskosten über die geplante Laufzeit von 25 Jahren. Hier spreche der Staatskonzern von einem Vorteil im “dreistelligen Millionenbereich” zugunsten des Siemens-Modells “Mireo”. Für Stadler geht es dabei um mehr als nur Geld: Dass der “Home Turf” an den deutschen Rivalen fällt, wird am Markt als empfindliches Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Vorzeigekonzerns gewertet.

Doppelte Unsicherheit zum Wochenstart

Neben dem juristischen Tauziehen blicken Anleger heute auch auf die politische Bühne. Die Abstimmung zur “Juso-Erbschaftssteuerinitiative” sorgt für zusätzliche Nervosität. Stadler-Patron und Großaktionär Peter Spuhler hatte im Vorfeld gedroht, im Falle einer Annahme die Schweiz verlassen zu müssen, um das Unternehmen nicht durch private Steuerlasten zu gefährden. Auch wenn eine Ablehnung wahrscheinlich scheint, liegt eine Risikoprämie auf dem Titel.

Dennoch gibt es operative Lichtblicke, die zeigen, dass die Wachstumsstory intakt ist, selbst wenn der Heimatmarkt schwächelt:

  • USA-Offensive: Der Ausbau des Werks in Utah schafft 200 neue Stellen, flankiert von einer neuen Präsenz der Signal-Sparte in Atlanta.
  • Volle Auftragsbücher: Zuletzt sicherte sich Stadler Bestellungen über 200 Hybridlokomotiven für Nexrail und 36 Pendlerzüge für die Niederlande.
  • Technologieführer: Der Wasserstoffzug FLIRT H2 stellt in den USA Weltrekorde bei der Reichweite auf und beweist Innovationskraft.

Charttechnik und Fazit

Die Aktie ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 21,66 Euro noch vergleichsweise ruhig ins Wochenende. Doch der Schein trügt: Mit einem Abstand von nur rund 7,65 % zum 52-Wochen-Tief (20,12 Euro) ist das Eis dünn. Gelingt es den Bullen nicht, die Marke um den 50-Tage-Durchschnitt bei 21,17 Euro zu verteidigen, droht weiteres Ungemach.

Die zentrale Frage für die kommenden Tage lautet: Werten Investoren den Rekurs als Zeichen von Stärke und Kampfgeist, oder überwiegt die Sorge vor einem jahrelangen, teuren Rechtsstreit ohne Erfolgsgarantie? Die Antwort dürfte der Markt bereits zur Eröffnung am Montag liefern.

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