Stadler Rail Aktie: Rekord mit Schattenseiten

Stadler Rail meldet Rekordwerte bei Umsatz und Auftragsbestand für 2025, verfehlt jedoch die Gewinnerwartungen. Der freie Cashflow bleibt stark negativ, belastet durch die Folgen einer Naturkatastrophe.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf 3,7 Milliarden Franken
  • Freier Cashflow bei minus 588 Millionen
  • Auftragsbestand erreicht Rekord von 32,3 Mrd.
  • Wechsel im Verwaltungsrat angekündigt

Umsatz auf Rekordhoch, Auftragsbestand so groß wie nie — und trotzdem verfehlte Stadler Rail beim Gewinn die Erwartungen der Analysten klar. Die Zahlen für 2025 zeichnen das Bild eines Unternehmens im Aufbruch, das noch mit den Nachwirkungen einer Naturkatastrophe kämpft.

Starkes Wachstum, schwacher Cashflow

Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, der EBIT kletterte von 100,5 auf 160,6 Millionen Franken. Der Reingewinn verdoppelte sich nahezu auf 100,7 Millionen Franken — klingt überzeugend, blieb aber beim EBIT und beim Reingewinn unter den Konsenserwartungen. Auch die Dividendenerhöhung von 20 auf 50 Rappen pro Aktie, die ein klares Signal der Zuversicht ist, enttäuschte Analysten, die im Schnitt mehr erwartet hatten.

Das strukturelle Problem liegt tiefer: Der freie Cashflow landete bei minus 588,4 Millionen Franken für das Gesamtjahr. Die Nettoliquidität drehte von plus 368 Millionen Franken auf minus 275,5 Millionen Franken. Die Zürcher Kantonalbank formuliert es direkt — Stadler müsse nun beweisen, dass ein deutlich positiver freier Cashflow näher rückt.

Verantwortlich für die Belastungen ist zu einem erheblichen Teil die Unwetterkatastrophe in Valencia Ende 2024. Lieferketten mussten neu aufgebaut, alternative Bezugsquellen erschlossen werden. Stadler selbst rechnet damit, dass die Folgen bis 2027 spürbar bleiben.

Rekord-Auftragsbestand trägt den Ausblick

Operativ liefert der Konzern ein starkes Fundament. Mit Auftragseingängen von 6,1 Milliarden Franken wuchs der Auftragsbestand auf 32,3 Milliarden Franken — ein neuer Rekord. Zu den größten Abschlüssen 2025 zählen:

  • 132 Hochflur-Stadtbahnen für die Kölner Verkehrs-Betriebe (~700 Mio. Euro)
  • 36 FLIRT-Züge für den niederländischen Betreiber NS
  • Signalling-Vertrag in Bergen (~50 Mio. Euro)

Für 2026 peilt Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an, begleitet von einer EBIT-Marge über 5 Prozent. Mittelfristig soll die Marge auf 6 bis 8 Prozent steigen. Zusätzliches Potenzial steckt in Berlin: Bis Ende 2026 entscheidet sich, ob Stadler bis zu 1.500 U-Bahn-Wagen für die BVG sowie mehr als 350 Züge für die S-Bahn Berlin liefern wird.

Erfahrung aus dem Bahngeschäft zieht in den Verwaltungsrat

Parallel zu den Zahlen bereitet sich Stadler auf einen Generationenwechsel im Verwaltungsrat vor. Zur Generalversammlung am 5. Mai treten Christoph Franz (15 Jahre im Gremium) und Wojciech Kostrzewa (14 Jahre) nicht mehr zur Wiederwahl an. Als Nachfolger schlägt das Unternehmen Sabrina Soussan vor, die frühere Chefin von Siemens Mobility, sowie Airbus-Manager Michael Schöllhorn. Soussan bringt direkte Branchenerfahrung mit — sie war unter anderem als Co-CEO der gesamten Siemens-Mobility-Sparte tätig. Der Umbau im Aufsichtsgremium fällt damit in eine Phase, in der der Konzern seine ambitionierten Margenziele erst noch unter Beweis stellen muss.

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