Stadler Rail: Eurodual für Balkan zugelassen

Stadler Rail verzeichnet Rekordaufträge und neue Lok-Zulassungen, kämpft aber mit negativem Cashflow und verhaltenen Analystenprognosen.

Die Kernpunkte:
  • Neue Lok-Zulassung für Balkan-Korridor
  • Umsatz steigt auf 3,7 Milliarden Franken
  • Freier Cashflow bleibt negativ
  • Mehrheitlich Halteempfehlungen von Analysten

Rekordaufträge und neue Marktzugänge auf der einen Seite, ein negativer Cashflow und skeptische Analysten auf der anderen. Bei Stadler Rail klaffen operative Erfolge und finanzielle Realität spürbar auseinander. Die jüngste Lok-Zulassung für den Balkanraum unterstreicht dieses Umfeld.

Strategischer Lückenschluss im Güterverkehr

Der Leasingpartner European Loc Pool hat für die Stadler-Hybridlokomotiven die Betriebsgenehmigung in Kroatien und Slowenien erhalten. Im Zusammenspiel mit der bereits erteilten Freigabe für Serbien öffnet sich damit der paneuropäische Korridor X. Diese Route verbindet Mitteleuropa direkt mit dem Balkan und der Türkei.

Kernstück der Strategie ist der bimodale Antrieb der Eurodual-Lokomotiven. Sie fahren sowohl elektrisch als auch mit Diesel. Ein Lokwechsel an den Systemgrenzen entfällt. Diese Flexibilität erweist sich in Südosteuropa als entscheidender Vorteil, da dort oft nicht einmal die Hälfte der Bahnstrecken elektrifiziert ist.

Wachstum trifft auf Margendruck

Operativ läuft es für den Schweizer Zugbauer auf Hochtouren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz auf 3,7 Milliarden Schweizer Franken. Der Reingewinn verdoppelte sich auf gut 100 Millionen Franken. Obendrein meldet das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand von über 32 Milliarden Franken.

Allerdings drückt die Cashflow-Situation auf die Stimmung. Der freie Cashflow rutschte ins Minus, was Finanzchef Raphael Widmer zu einer vorsichtigen Prognose zwingt. Auch für das laufende Jahr rechnet er nicht mit einem positiven Nettoumlaufvermögen. Dabei peilt das Management ein kräftiges Umsatzwachstum von bis zu 40 Prozent an.

Leerverkäufer und anstehende Dividende

Am Kapitalmarkt sorgt diese Diskrepanz für Zurückhaltung. Neun von Bloomberg befragte Analysten vergeben mehrheitlich Halte- oder Verkaufsempfehlungen. Lediglich ein Experte rät zum Kauf. Parallel dazu stuft die UBS die Stadler-Titel als eine der meistgeshorteten Aktien am Schweizer Markt ein.

Die Aktie reagiert auf dieses Umfeld volatil. Nach einem Vorstoß auf das 52-Wochen-Hoch von 25,12 Euro Mitte April korrigierte der Kurs zuletzt leicht. Aktuell notiert das Papier bei 23,50 Euro, hält sich damit aber noch über der 50-Tage-Linie. Auf Monatssicht steht ein Plus von rund zehn Prozent auf der Kurstafel.

Am 5. Mai rückt nun die Generalversammlung in Zürich in den Fokus. Auf der Tagesordnung steht unter anderem eine vorgeschlagene Dividende von 0,50 Schweizer Franken je Aktie. Stimmen die Aktionäre zu, erfolgt die Auszahlung voraussichtlich am 11. Mai. Die nächste Bewährungsprobe folgt im August. Dann muss das Management im Halbjahresbericht konkrete Margenverbesserungen seiner Effizienzprogramme nachweisen.

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