Standard Lithium Aktie: LG nimmt Lithium ab

Standard Lithium bindet mit LG Energy Solution 90 Prozent der geplanten Smackover-Menge und stärkt damit die Basis für die Kommerzialisierung.

Die Kernpunkte:
  • LG Energy Solution nimmt jährlich 8.000 Tonnen
  • Smackover-Produktion zu 90 Prozent gebunden
  • Jefferies startet Beobachtung mit Halteurteil
  • Aktie seit Jahresbeginn 48 Prozent niedriger

Das kanadische Lithium-Unternehmen Standard Lithium hat einen entscheidenden Meilenstein für die Kommerzialisierung seiner Projekte im US-Bundesstaat Arkansas erreicht.

Durch den Abschluss eines verbindlichen Abnahmevertrags mit dem südkoreanischen Batteriegiganten LG Energy Solution an diesem Montag hat das Joint Venture Smackover Lithium nun rund 90 % seines angestrebten Produktionsvolumens vertraglich festgeschrieben.

Diese Entwicklung verleiht dem Vorhaben, das gemeinsam mit dem Partner Equinor vorangetrieben wird, eine deutlich erhöhte Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Strategische Partnerschaften treiben Smackover-Projekt voran

Die jüngste Vereinbarung mit LG Energy Solution sieht die Lieferung von jährlich 8.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität vor. Der Vertrag ist auf eine Laufzeit von zehn Jahren nach Beginn der kommerziellen Produktion ausgelegt und hat einen geschätzten Gesamtwert von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Zusammen mit der bereits früher bekannt gegebenen Vereinbarung mit dem Rohstoffhändler Trafigura, die ebenfalls ein Volumen von 8.000 Tonnen pro Jahr umfasst, ist die künftige Produktion des SWA-Projekts nahezu vollständig unter Vertrag.

Das Projekt wird im Rahmen einer Partnerschaft geführt, an der Standard Lithium mit 55 % und Equinor mit 45 % beteiligt sind. Laut Medienberichten ist die Sicherung der Abnahmeverträge eine wesentliche Voraussetzung für die anstehende endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID). Das Unternehmen nutzt dabei die Technologie der direkten Lithiumextraktion (DLE), um den Rohstoff aus Sole-Vorkommen zu gewinnen.

Analysten bewerten künftige Marktpositionierung

Die jüngsten operativen Fortschritte riefen auch die Analysten auf den Plan. Diesen Mittwoch nahm das Bankhaus Jefferies die Beobachtung des Unternehmens mit einer Halte-Empfehlung und einem Kursziel von 2,90 US-Dollar auf.

Die Analysten von Jefferies hoben hervor, dass Standard Lithium durch seine DLE-Plattform, die Unterstützung durch das US-Energieministerium und die Partnerschaften mit Equinor sowie Trafigura über eine langfristige Optionalität bei der inländischen Versorgung mit Lithium verfügt.

Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass die kommerzielle Skalierung, die abschließende Finanzierung sowie die künftigen Lithiumpreise entscheidende Faktoren vor dem geplanten Produktionsstart im Jahr 2029 bleiben. Bereits am 17. August hatte Roth MKM die Coverage mit einer Kaufempfehlung begonnen. Die Aktie notiert aktuell bei 2,09 € und verzeichnete heute ein Plus von 1,7 %.

Operative Meilensteine und finanzielle Stabilität

Parallel zu den vertraglichen Fortschritten meldete das Management operative Erfolge in der großflächigen Demonstrationsanlage. Dort wurden mittlerweile über eine Million Barrel Sole aus der Smackover-Formation verarbeitet und mehr als 15.000 DLE-Zyklen erfolgreich abgeschlossen.

CEO David Park erklärte im Rahmen der Quartalsmitteilung vom 10. August, dass das Unternehmen im zweiten Quartal wichtige Etappenziele erreicht habe, darunter den Abschluss der Umweltprüfung durch die US-Bundesbehörden.

Die finanzielle Basis für die weiteren Schritte scheint vorerst gesichert. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 137,3 Millionen US-Dollar und wies keine revolvierenden Schuldenverpflichtungen aus.

Zudem wurde vor rund einem Monat ein Aktienplatzierungsprogramm am Markt genutzt, um die Kapitalrücklagen weiter zu stärken. Dennoch bleibt die Marktbewertung volatil: Trotz der operativen Fortschritte liegt der Wert seit Jahresbeginn noch mit 48 % im Minus.

Erweiterung der Ressourcenbasis in Texas

Über das Kernprojekt hinaus arbeitet das Unternehmen an der Expansion seiner Ressourcen. Vor gut drei Wochen wurde ein erster Ressourcenbericht für das Franklin-Projekt in Osttexas vorgelegt, der ein beachtliches Vorkommen an Lithium, Bromid und Kalium ausweist. Um die dortigen Potenziale weiter zu erschließen, planen die Verantwortlichen geologische Arbeiten und metallurgische Tests im Umfang von insgesamt rund 19,5 Millionen US-Dollar.

Zusätzlich zur Ressourcenbestimmung lieferten technische Tests positive Signale für die Produktqualität. Vor gut drei Wochen bestätigte das Unternehmen, dass aus SWA-Sole gewonnenes Lithiumcarbonat erfolgreich in Batteriezellen des Partners Nano One Materials eingesetzt wurde.

Die dabei erzielten physikalischen und chemischen Eigenschaften entsprachen den Anforderungen für moderne Kathodenmaterialien, was die technologische Machbarkeit des Vorhabens unterstreicht. Die Veröffentlichung einer ersten wirtschaftlichen Bewertung (PEA) für das Franklin-Projekt wird noch für das dritte Quartal 2026 erwartet.

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