Standard Lithium Aktie: Trafigura erweitert Abnahmevertrag

Trafigura und LG Energy Solution könnten bis zu 20.000 Tonnen jährlich abnehmen; Finanzierung und Investitionsbeschluss stehen noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Trafigura erhält Option auf Zusatzmengen
  • Bis zu 20.000 Tonnen jährlich vertraglich vorgesehen
  • Projektkredit über 1,1 Milliarden Dollar noch in Verhandlung
  • Standard-Lithium-Aktie seit Jahresbeginn 60 Prozent niedriger

Industrielle Weitsicht und die Launen des Börsenparketts driften im Rohstoffsektor selten so weit auseinander wie beim Thema Batteriemetalle. Während globale Konzerne fieberhaft versuchen, sich den Zugriff auf künftige Fördermengen langfristig abzusichern, strafen Anleger die Entwickler solcher Vorhaben mit anhaltender Skepsis ab.

Das Tauziehen um die künftige Versorgung zeigt sich nirgendwo deutlicher als beim Blick auf das Gemeinschaftsunternehmen von Standard Lithium und Equinor.

Volle Auftragsbücher vor dem ersten Spatenstich

Die jüngste Anpassung der Liefervereinbarungen verdeutlicht diesen Kontrast eindrucksvoll. Smackover Lithium, das gemeinsame Joint Venture beider Partner, hat den bestehenden, verbindlichen Abnahmevertrag mit dem Rohstoffhändler Trafigura für das South West Arkansas Project nachgebessert.

Zu den fest vereinbarten 8.000 Tonnen batterietauglichem Lithiumcarbonat pro Jahr kommt nun eine Option auf weitere 4.000 Tonnen jährlich hinzu. Trafigura sichert sich damit über eine Laufzeit von zehn Jahren ab Produktionsbeginn maximal 12.000 Tonnen pro Jahr auf einer festen Take-or-pay-Basis.

Rechnet man die bestehende Zusage an den Batteriehersteller LG Energy Solution über 8.000 Tonnen jährlich hinzu, summieren sich die potenziellen Abnahmezusagen für das Vorhaben in Lewisville auf bis zu 20.000 Tonnen pro Jahr.

Gemessen an der geplanten Gesamtkapazität von 22.500 Tonnen jährlich ist das Projekt damit fast vollständig vergeben. Das ursprüngliche Ziel, rund 80 Prozent der Produktionsmenge vorab vertraglich zu binden, wird damit übertroffen.

Für Smackover Lithium bleibt zudem die unternehmerische Flexibilität gewahrt: Ergibt sich andernorts eine lukrativere Gelegenheit, kann die Zusatzmenge auch anderen Kunden angeboten werden.

Die Milliardenhürde der Finanzierung

Warum honoriert der Markt solche Absicherungen nicht mit steigenden Notierungen? Die Antwort liegt in den langen Realisierungszyklen und den verbleibenden finanziellen Risiken des Projekts. Verträge auf dem Papier ersetzen noch keine fertige Förderanlage. Smackover Lithium verhandelt derzeit mit drei Exportkreditagenturen, um ein vorrangiges, besichertes Projekt-Darlehen von rund 1,1 Milliarden US-Dollar auf die Beine zu stellen.

Erst wenn dieses finanzielle Fundament steht, kann die endgültige Investitionsentscheidung (FID) fallen, die noch für das spätere Jahr 2026 angestrebt wird. Selbst bei einem reibungslosen Verlauf wird die kommerzielle Produktion der geplanten Anlage erst ab dem Jahr 2029 erwartet. Für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer ist ein Horizont von mehreren Jahren schlicht zu weit entfernt, um aktuelle Unsicherheiten auszublenden.

Ernüchterung im Kursverlauf

An den Märkten überwiegt daher nach wie vor die Vorsicht gegenüber kapitalintensiven Lithiumprojekten. Im gestrigen Handel markierte das Papier von Standard Lithium einen Schlusskurs von 1,60 Euro. Das Minus von 60 Prozent seit Jahresanfang unterstreicht, wie tief das Misstrauen gegenüber dem Sektor sitzt.

Die Zurückhaltung der Investoren spiegelt den Graben wider, der zwischen der strategischen Planung multinationaler Rohstoffkonzerne und der täglichen Preisfindung an der Börse klafft. Rohstoffabnehmer wie Trafigura sichern sich schon heute die Mengen für das nächste Jahrzehnt, weil sie Engpässe in der Lieferkette fürchten.

Anleger hingegen wollen erst sehen, dass das Geld fließt und die Bagger tatsächlich rollen. Bis zur geplanten Investitionsentscheidung im weiteren Jahresverlauf dürfte dieser Härtetest anhalten.

Anzeige

Stand heute, 29. September: Standard Lithium – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Standard Lithium investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Standard Lithium: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Standard Lithium