Staramba – Der Absturz: Was jetzt tun?

Aktionäre des Berliner VR-Spezialisten Staramba dürften ein mehr als unruhiges Wochenende hinter sich gebracht haben. Denn am Freitagabend platzte eine News-Bombe, die – da muss man leider direkt sein- -die gesamte Investmentstory des Unternehmens infrage stellt.

Auslöser war die Meldung, dass der von Staramba erst im letzten Jahr beauftragte Wirtschaftsprüfer BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dem Jahresabschluss und Lagebericht des Geschäftsjahres 2017 ein Versagungsvermerk erteilt. Sprich: Er verweigert die Bestätigung, dass die Bilanz den realen wirtschaftlichen Bedingungen entspricht.

Stimmen Umsatz und Forderungen?

Offiziell wird die Verweigerung des Testats damit begründet, dass der Abschlussprüfer verschiedene Geschäftsvorgänge nicht beurteilen kann. Konkret geht es darum, ob es Anpassungen auf die ausgewiesenen Umsätze und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geben müsse oder nicht. Die BDO teilte hier entsprechend mit, dass die gesetzlichen Vertreter, also der Vorstand, nicht die nötigen Nachweise erbracht hätten.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Was hier im schönsten Wirtschaftsrechts-Deutsch publiziert wird, ist letztlich nichts anderes als der unverhohlene Vorwurf, das Staramba sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Forderungen Zahlen angegeben hat, die man nicht beweisen kann. Und das sind nun mal zwei wesentliche Positionen, die sowohl Bilanzwert als auch Unternehmenswert beeinflussen.

Was Staramba jetzt machen will

Die Abwehrstrategie, die das Unternehmen nun notgedrungen fahren muss, ist relativ schwierig. Natürlich hat man die Vorwürfe erst einmal von sich gewiesen, und erklärt, dass man ihnen dennoch nachgehen wird. Allerdings: Die angekündigten Maßnahmen lassen aufhorchen. Denn man denkt darüber nach, den Aufsichtsrat neu zu besetzen und mit mehr Finanz- und Bilanz-Expertise zu füllen. Im besten Sinn verstehen wir das so, dass der bisherige Verwaltungsrat schlichtweg seinen Aufgaben nicht gewachsen war.

Natürlich ignoriert der Markt aktuell all das, was bisher die Börsenstory von Staramba ausmachte. Der Kurssturz im außerbörslichen Handel auf zeitweise bis 25 Euro sagt dabei nichts anderes aus, als dass man das gesamte Geschäftsmodell des Unternehmens infrage stellt. Jedoch: Der Börsenwert verringerte sich zum Wochenbeginn nach Börseneröffnung um rund ein Drittel. Mit rund 48 Euro lag Staramba damit deutlich über den außerbörslichen Tief. Das lässt darauf spekulieren, dass die ganze Affäre am Ende vielleicht doch glimpflicher ausgeht als aktuell gedacht.

Fazit

Wenn sie in 0Staramba investiert sind und nicht ausgestoppt wurden, sollten Sie vorerst weiter an der Aktie festhalten. Denn natürlich lässt sich die ganze Lage erst dann tatsächlich beurteilen, wenn das Unternehmen die entsprechend kritisierten Zahlen bestätigen kann. An dem generellen Geschäftsmodell – Virtual Reality inklusive derzeit laufenden Emission der eigenen Kryptowährung – gibt es derzeit von unserer Seite aus nichts zu kritisieren.

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