Stellantis Aktie: Die Wayve-Wette?

Die Partner demonstrierten ihre gemeinsame Fahrsoftware; ein erster kommerzieller Einsatz in Nordamerika ist für 2028 vorgesehen.

Die Kernpunkte:
  • Fiat 500e und Maserati Grecale vorgeführt
  • Testmodelle in weniger als vier Wochen vorbereitet
  • Marktstart in Nordamerika für 2028 geplant
  • Stellantis-Aktie seit Jahresbeginn 58 Prozent niedriger

Mit einem Demonstrationslauf in Turin hat der Automobilkonzern Stellantis seine Kooperation mit dem britischen Spezialisten für künstliche Intelligenz Wayve konkretisiert.

Am Freitag führten beide Partner Prototypen des Fiat 500e und des Maserati Grecale vor, die über das System STLA AutoDrive mit Wayve-Software verfügen. Die Technologie ermöglicht ein freihändiges Fahren der Stufe Level 2++ von Tür zu Tür, erfordert jedoch weiterhin die ständige Aufmerksamkeit des Fahrers.

Wie Konzernchef Antonio Filosa auf der Veranstaltung in Turin erklärte, soll die Partnerschaft vor allem die internen Entwicklungszyklen verkürzen und die damit verbundenen Kosten senken. Stellantis benötigt derzeit für Entwicklungszyklen rund 24 Monate.

Durch den Einsatz lernfähiger Algorithmen dauerte die Vorbereitung der beiden Testmodelle bis zu den ersten realen Fahrten auf öffentlichen Straßen nach Unternehmensangaben weniger als vier Wochen.

Kommerzieller Start für 2028 geplant

Die Technologie soll schrittweise ausgerollt werden. Der erste kommerzielle Einsatz des überwachten Assistenzsystems ist für das Jahr 2028 auf dem nordamerikanischen Markt vorgesehen.

Perspektivisch planen Stellantis und Wayve, die Software auch für spätere Anwendungen der Stufe Level 4 aufzurüsten, um vollständig fahrerlose Mobilitätsdienste zu ermöglichen. Vor einer breiteren Einführung auf europäischen Straßen müssen die regulatorischen Vorgaben innerhalb der EU jedoch weiter harmonisiert werden.

Zugleich bekräftigte Filosa die finanziellen Ziele des Konzerns für das laufende Geschäftsjahr. Trotz der angespannten Branchenlage erwartet das Management weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte operative Marge soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich verharren.

Turnaround unter schwierigen Vorzeichen

Die strategischen Initiativen treffen auf ein herausforderndes Marktumfeld. Für das Geschäftsjahr 2027 strebt der Vorstand wieder einen positiven Cashflow an, bevor 2028 ein freier Barmittelzufluss von über drei Milliarden Euro erreicht werden soll. Zum Vergleich: Im vorangegangenen Geschäftsjahr belastete ein negativer freier Cashflow von 4,5 Milliarden Euro die Bilanz.

Am Kapitalmarkt spiegeln sich diese Belastungen deutlich wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Stellantis-Aktie bei 3,99 Euro. Seit dem Jahreswechsel summiert sich der Kursrückgang der Papiere auf 58 Prozent, womit der Börsenwert des Autobauers auf 15,27 Milliarden Euro geschrumpft ist. Durch die Software-Kooperation will der Konzern den Anschluss an technologische Vorreiter sichern und den Turnaround operativ stützen.

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