Stellantis Aktie: Erholung ohne Kursjubel

Stellantis steigert Auslieferungen um zehn Prozent, doch die Aktie bleibt unter Druck. Der Konzern kämpft mit den Folgen des Rekordverlusts aus dem Vorjahr.

Die Kernpunkte:
  • Lieferungen steigen auf 1,6 Millionen Einheiten
  • Nordamerika treibt Wachstum mit Plus von 38%
  • Aktie reagiert verhalten auf operative Fortschritte
  • Bilanzvorlage für Q2 am 30. Juli erwartet

Zehn Prozent mehr Fahrzeuge im zweiten Quartal — und die Börse reagiert trotzdem zurückhaltend. Bei Stellantis zeigt sich gerade ein Muster, das viele Anleger kennen: Operative Fortschritte allein reichen nicht, wenn die Vorgeschichte schwer wiegt.

Der Autokonzern hat im zweiten Quartal knapp 1,6 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum. Der Antrieb kam aus Nordamerika, dem wichtigsten und lukrativsten Markt des Konzerns. Dort legten die Auslieferungen um 38 Prozent auf 445.000 Einheiten zu, getragen von aufgefrischten Modellen wie dem Ram 1500 und der Hochleistungsversion TRX SRT sowie überarbeiteten Jeep- und Chrysler-Baureihen.

Im „Enlarged Europe“-Segment, dem zweiten Kernmarkt, stiegen die Auslieferungen um 5 Prozent auf 762.000 Fahrzeuge. Vor allem günstige Modelle wie der Citroën C3 und der Opel Frontera fanden Käufer. Gebremst wurde das Wachstum durch schwächere Volumina im Nahen Osten und in Afrika, wo der Konzern die regionalen Konflikte als Belastung nennt, sowie durch einen schwachen argentinischen Markt in Südamerika.

Die Aktie bleibt skeptisch

Trotz der positiven Zahlen gab die Stellantis-Aktie in Paris zeitweise nach, zuletzt notierte sie rund 1 Prozent tiefer bei 4,79 Euro. Die Zurückhaltung hat einen Grund: Der Konzern kämpft noch immer mit den Nachwirkungen eines Rekordverlusts von 22,3 Milliarden Euro im Vorjahr, verursacht durch hohe Abschreibungen auf eingestellte Plattformen und Modelle sowie durch Überproduktion und Preisverfall in den USA.

Konzernchef Antonio Filosa hat seit seinem Amtsantritt einen deutlichen Kurswechsel eingeleitet. In den USA setzt er wieder stärker auf Verbrennerantriebe bei großen SUVs und Pickups der Marken Ram und Jeep — eine Reaktion auch auf die veränderte Elektroauto-Politik unter US-Präsident Trump. Investitionen bündelt Filosa nun auf die Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat, während die Europasparte insgesamt schrumpfen und Produktionskapazitäten abgebaut werden sollen.

Die vorläufigen Absatzzahlen liefern damit einen ersten Hinweis darauf, ob die Strategie greift. Ob sich der operative Rückenwind auch in den Ergebniszahlen niederschlägt, zeigt sich am 30. Juli, wenn Stellantis die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt.

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