Stellantis Aktie: Erholung ohne Rückenwind

Kostensenkungshoffnungen stützten Stellantis, während chinesische Konkurrenz und offene EU-Verhandlungen die weitere Erholung belasten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie legte binnen eines Tages 15 Prozent zu
  • Konzern könnte Sparziele übertreffen
  • Chinesische Anbieter gewinnen Europas Automarktanteile
  • EU-Anreize für europäische Fertigung noch Verhandlungsthema

Stellantis hat sich diese Woche eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach den Zahlen zum dritten Quartal sprang die Aktie an einem Tag um 15 Prozent. Ob das mehr ist als eine Atempause, bezweifeln viele Investoren.

Sparziele treiben den Kurs

Auslöser war die Zuversicht, dass der Konzern seine Kostensenkungsziele übertreffen kann. Das reichte, um eine lange Verkaufswelle zu stoppen. Auch Volkswagen und Renault legten zu, beide erholten sich von mehrjährigen Tiefständen.

Stellantis setzt auf eine Wende mit mehreren Hebeln: eine Reihe neuer Modelle, eine überarbeitete Markenstrategie und Partnerschaften mit chinesischen Herstellern. Der Konzern vereint unter anderem Fiat, Peugeot und Jeep.

Dazu passt eine Meldung aus den USA. Die Marke Dodge verlängert ihre Partnerschaft mit der Radford Racing School. Zum Start des Charger Super Bee mit 600 PS Anfang 2027 gehört ein Tag Fahrtraining im Kaufpreis. Für die Konzernbilanz ist das eine Randnotiz. Es zeigt aber, wie stark Stellantis in Nordamerika weiter auf Leistungsmodelle setzt.

Branche bleibt unter Druck

Der europäische Autoindex liegt nahe dem tiefsten Stand seit Ende 2020. Chinesische Anbieter wie BYD und Geely haben bei Elektroautos, Kosten und Software Maßstäbe gesetzt. Ihr Marktanteil in Europa ist nach Branchenangaben bis zur Jahresmitte auf mehr als 10 Prozent gestiegen. 2021 war er noch vernachlässigbar.

Jefferies-Analyst Philippe Houchois warnt deshalb: Die Chinesen nähmen zu viel Marktanteil im In- und Ausland, als dass Investoren einen Boden erkennen könnten. Die Branche werde zur „Zombie-Industrie“. Sie sei lebendig, aber dem Niedergang geweiht, und könne so lange überleben.

Andere Marktteilnehmer halten die Abschläge für übertrieben. Stellantis, VW und Renault verfügten über große Industrieanlagen und Bilanzen, die im Vergleich besser dastünden als bei vielen höher bewerteten Unternehmen. Ein Fondsmanager verweist zudem darauf, dass viel Kapital in KI-Werte fließe und anderen Sektoren fehle.

Der Blick richtet sich nach Brüssel

Stellantis, VW und Renault fordern gemeinsam Unterstützung der EU. Verhandelt werden Anreize für die Fertigung in Europa. Renault-Chef Francois Provost nennt eine Entscheidung dringend, sonst importierten die Chinesen weiter und die Industrie sterbe. Vom Ausgang dieser Verhandlungen hängt ab, ob die Erholung bei Stellantis über den Zahlentermin hinaus trägt.

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