Stellantis Aktie: EU-Zölle auf Hybride

Stellantis gewann zeitweise rund drei Prozent, während die EU-Kommission mögliche Maßnahmen gegen chinesische Hybridimporte prüft.

Die Kernpunkte:
  • EU-Kommission erwägt Schutzmaßnahmen für Hybride
  • Stellantis legte zeitweise rund drei Prozent zu
  • Produktionsprobleme in Italien belasten den Konzern
  • Kanadische Streikabstimmung steht noch aus

Aus Brüssel kommt Rückenwind für Europas Autobauer. Die EU-Kommission prüft Schutzmaßnahmen gegen Importe chinesischer Hybridfahrzeuge. Stellantis legte in Mailand zeitweise um rund 3 Prozent zu und zählt damit zu den Gewinnern eines sonst schwachen Börsentags.

Brüssel erwägt Notfallmaßnahmen

Nach Medienberichten bereiten EU-Vertreter Notmaßnahmen vor, die den Zustrom chinesischer Hybride in den Binnenmarkt begrenzen sollen. Konkrete Details zu Umfang oder Zeitplan sind offen. Sollte die Kommission tatsächlich handeln, würde der Wettbewerbsdruck auf etablierte europäische Hersteller spürbar sinken.

Die Anleger reagierten prompt. Renault gewann zeitweise gut 4 Prozent, Volkswagen rund 3 Prozent. Im Pariser CAC 40 führten Renault und Stellantis die Gewinnerliste an, obwohl der Index insgesamt nachgab. Die US-Indizes lagen zeitgleich leicht im Minus. Der Impuls kam also aus der Branche, nicht aus einer allgemeinen Risikofreude.

Schwacher Gesamtmarkt als Kulisse

Der breite Markt zeigte sich derweil angeschlagen. Der Stoxx 600 verlor 0,7 Prozent, der DAX gab 1,2 Prozent ab. Belastend wirkten steigende Ölpreise nach Angriffen der Huthi auf saudische Energieanlagen sowie anhaltende Sorgen um die französischen Staatsfinanzen. Die Renditen französischer Staatsanleihen waren zuletzt auf den höchsten Stand seit 2002 geklettert.

Hinzu kommt die Vorsicht vor den Protokollen der US-Notenbank, die im Tagesverlauf anstehen. Ab nächster Woche beginnt zudem die Berichtssaison für das dritte Quartal.

Was für Stellantis zählt

Für den Konzern kommt die Zollfantasie zur rechten Zeit. Zuletzt belasteten Produktionsprobleme in Italien und die drohende Streikabstimmung in Kanada das Bild. Ein Schutzwall gegen chinesische Konkurrenz würde diese Themen nicht lösen, könnte aber die Margenerwartungen im Heimatmarkt stützen.

Entscheidend ist nun, ob aus den Berichten ein formaler Vorschlag der Kommission wird. Kurzfristig dürfte die Branche am 12. Oktober zusätzlich im Rampenlicht stehen, wenn die Pariser Automesse ihre Tore öffnet.

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