Stellantis Aktie: Maserati verhandelt mit Huawei und JAC
Stellantis prüft für Maserati ein Elektroprojekt mit Huawei und JAC, investiert in den USA und muss zugleich einen großen Rückruf bewältigen.

- Maserati meldete 198 Millionen Euro Verlust
- Huawei-JAC-Projekt für Elektroauto im Gespräch
- 800 Millionen US-Dollar für Belvidore
- Rückruf betrifft 328.381 Jeep-Fahrzeuge
Der Automobilkonzern Stellantis setzt bei der Neuausrichtung seiner schwächelnden Luxusmarke Maserati offenbar auf eine technologische Partnerschaft aus China. Medienberichten von Reuters und Milano Finanza zufolge führt das Unternehmen fortgeschrittene Gespräche mit den Konzernen Huawei und JAC.
Ziel der Kooperation ist die Entwicklung eines neuen Elektrofahrzeugs, das italienisches Design mit chinesischer Software-Expertise kombiniert. Ein erstes gemeinsames Modell könnte bereits Ende 2027 in Serie gehen.
Die Notwendigkeit für diesen strategischen Schritt ergibt sich aus der wirtschaftlichen Lage der Traditionsmarke. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Maserati einen operativen Verlust von 198 Millionen Euro, während die Zahl der weltweit ausgelieferten Fahrzeuge auf weniger als 8.000 Einheiten sank.
Eine offizielle Bestätigung der Verhandlungen durch Stellantis steht noch aus, doch Insidern zufolge könnte die Vorstellung des gemeinsamen Projekts bereits am 12. Dezember in Modena erfolgen.
Fokus auf US-Produktion und technologische Innovationen
Parallel zu den Gesprächen in Fernost investiert der Konzern massiv in seinen nordamerikanischen Standort Belvidere. Rund 800 Millionen US-Dollar fließen in das dortige Werk, um die Produktion des Jeep Cherokee wieder aufzunehmen. Diese Investition ist Teil der Bemühungen, die Präsenz auf dem US-Markt zu stabilisieren.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Unternehmen ein neues Patent beim US-Markenamt eingereicht hat, das Superkondensatoren zur kurzzeitigen Leistungssteigerung von Elektrofahrzeugen vorsieht. Ein solches System könnte die Leistung von Modellen wie dem Dodge Charger Daytona Scat Pack dauerhaft auf bis zu 670 PS erhöhen.
Überschattet werden die Expansionspläne in den USA von einer umfangreichen Rückrufaktion. Laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA müssen 328.381 Fahrzeuge der Modelle Jeep Grand Cherokee und Grand Cherokee L der Baujahre 2021 bis 2023 in die Werkstätten gerufen werden.
Grund ist ein potenzielles Problem mit den Isolatoren der Hinterachsfedern, das dazu führen könnte, dass sich die Federung während der Fahrt löst. Es handelt sich bereits um den dritten Rückruf des Konzerns in diesem Zusammenhang.
Zukunft des Fiat Panda und personelle Weichenstellung
Auch bei der Kernmarke Fiat gibt es klare Signale für die strategische Ausrichtung der kommenden Jahre. Gaetano Thorel, Chef von Fiat und Abarth in Europa, betonte am gestrigen Sonntag, dass der Fiat Panda als Hybrid-Modell erhalten bleibt und weiterhin in Italien gefertigt wird. Damit positioniert sich die Marke gegen den reinen Fokus auf Elektromobilität in diesem preissensiblen Segment.
Die Modellpalette soll um neue Versionen wie die „Grande Panda 4×4 Hybrid“ und die „Pandina GPL“ erweitert werden, um Marktanteile gegen die Konkurrenz durch preiswerte Marken wie Dacia zu verteidigen.
An der Spitze der globalen Unternehmenskommunikation gab es zum 1. September einen Wechsel: Stephanie Hartgrove übernahm die Position des Chief Communications Officer. Sie berichtet direkt an CEO Antonio Filosa und soll die Umsetzung der langfristigen Strategie „FaSTLAne 2030“ kommunikativ begleiten.
Während Stellantis neue Führungskräfte integriert, bleibt die Lage an den europäischen Standorten jedoch angespannt. In Rüsselsheim strich der Konzern zuletzt 650 Ingenieursstellen, obwohl das dortige Werk durch die Produktion des Opel Astra von dem im August gestiegenen Marktanteil von Elektroautos in Deutschland profitieren könnte.
An der Börse konnte die Stellantis-Aktie zuletzt leicht zulegen und schloss am Freitag bei 4,79 €. Trotz des jüngsten Plus von 1,6 % bleibt die Situation für Anleger langfristig herausfordernd. Seit Jahresbeginn hat das Papier 49 % an Wert verloren, was den massiven Handlungsdruck auf das Management zur Sanierung der Markenportfolios verdeutlicht.
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