Stellantis Aktie: Ram 1500 REV startet Ende 2026
Stellantis meldet für Q2 2026 einen Nettogewinn von 0,3 Mrd. Euro. Nordamerika treibt das Wachstum, während Europa und Zölle Risiken bleiben.

- Nettogewinn von 0,3 Milliarden Euro
- Nordamerika treibt Umsatzwachstum an
- Neue CEOs für Ram und Jeep
- Kostensenkungsprogramm bis 2028 geplant
Der Automobilkonzern Stellantis hat für das zweite Quartal 2026 eine deutliche finanzielle Erholung gemeldet. Nach einem massiven Verlust im Vorjahr gelang dem Unternehmen der Sprung zurück in die Profitabilität. Ein starkes Geschäft in Nordamerika glich dabei die anhaltenden strukturellen Schwierigkeiten auf dem europäischen Markt aus.
Wachstumsschub durch den nordamerikanischen Markt
Der Nettoumsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (AOI) verdreifachte sich auf 773 Millionen Euro, während die entsprechende Marge um 120 Basispunkte auf 1,8 Prozent kletterte. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 0,3 Milliarden Euro.
Besonders die Region Nordamerika erwies sich als entscheidender Motor für die Erholung. Hier stiegen die Auslieferungen um 38 Prozent, was zu einem Umsatzplus von 32 Prozent führte. Ein wesentlicher Treiber war der Ram 1500 mit dem Hemi-V8-Motor, dessen Verkaufszahlen die ursprünglichen Erwartungen deutlich übertrafen. In den USA konnte Stellantis seinen Marktanteil damit um 40 Basispunkte auf 7,4 Prozent steigern.
Strategischer Fokus und personelle Neuaufstellung
Parallel zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen gab der Konzern personelle Veränderungen an der Spitze seiner Kernmarken bekannt. Matt VanDyke wurde zum neuen CEO von Ram ernannt, während Branden Coté die Leitung der Marke Jeep übernimmt. Beide berichten direkt an Tim Kuniskis, den Verantwortlichen für die amerikanischen Marken des Konzerns.
Strategisch reagiert Stellantis auf die aktuelle Marktdynamik, indem der Ausbau der Elektromobilität teilweise gedrosselt wird. Der Fokus liegt verstärkt auf Verbrenner- und Hybridmodellen. Folgerichtig wurde der Marktstart des elektrischen Ram 1500 REV auf Ende 2026 verschoben. Gleichzeitig treibt das Unternehmen ein umfassendes Kostensenkungsprogramm voran, das bis zum Jahr 2028 Einsparungen in Höhe von 6 Milliarden Euro realisieren soll.
Herausforderungen in Europa und Analystenblick
Während das US-Geschäft floriert, bleibt die Lage in Europa anspruchsvoll. Zwar stiegen die Auslieferungen dort um 5 Prozent, doch die operative Marge gab leicht nach. Zudem belasteten Währungseffekte das Gesamtergebnis mit 861 Millionen Euro. Ein weiteres Risiko stellen potenzielle Zollbelastungen dar, die das Management für das laufende Jahr auf eine Spanne zwischen 1 und 1,2 Milliarden Euro beziffert.
Analysten bewerten die künftige Entwicklung unterschiedlich. Die Experten von Morgan Stanley stufen den Titel weiterhin mit „Overweight“ ein. Im Gegensatz dazu senkte das Analysehaus TD Cowen das Kursziel auf 6 US-Dollar und belässt die Einstufung auf „Hold“. Der Konzern selbst hält trotz der gemischten Signale an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2026 fest.
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Skepsis der vergangenen Monate noch deutlich wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 5,01 Euro. Damit verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn einen Rückgang von 46,99 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch, das am 5. Dezember 2025 bei 10,49 Euro markiert wurde, notiert der Kurs aktuell deutlich entfernt.
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