Stellantis Aktie: UBS kappt Kursziel

UBS senkt das Kursziel für Stellantis deutlich und stuft die Aktie auf Neutral herab. Die ausbleibende US-Erholung und hohe Lagerbestände belasten die Prognosen.

Die Kernpunkte:
  • UBS stuft Stellantis auf Neutral herab
  • Kursziel sinkt von 9,5 auf 5,8 Euro
  • Prognose für Betriebsergebnis um 18 Prozent gekürzt
  • Fiat setzt auf Mikromobilität in den USA

Stellantis legte am vergangenen Donnerstag Zahlen zum zweiten Quartal vor, die auf den ersten Blick solide wirkten. Die Reaktion der Anleger blieb trotzdem aus, die Aktie bleibt unter Druck. Ein Blick auf die jüngste Analystenmeinung liefert eine Erklärung für die anhaltende Skepsis.

UBS sieht US-Erholung ins Stocken geraten

UBS stufte Stellantis von „Buy“ auf „Neutral“ zurück und begründete den Schritt mit einer ausbleibenden Erholung in den USA — trotz eines an sich gesunden Marktumfelds. Das Kursziel sank von 9,5 auf 5,8 Euro.

Die Bank kappte ihre Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis um bis zu 18 Prozent. Für 2026 rechnet UBS nun nur noch mit 3,0 Milliarden Euro, das entspricht einer Marge von 1,9 Prozent. Höhere Lagerbestände bei den Händlern zwingen den Konzern demnach im zweiten Halbjahr zu Produktionskürzungen oder höheren Rabatten, während neue Modelle langsamer anlaufen als angekündigt.

Für 2027 traut UBS dem Konzern eine leichte Erholung zu, mit einer Marge von rund 2,9 Prozent. Bei 5,8 Euro würde die Aktie mit dem Sechsfachen der für 2027 erwarteten Gewinne bewertet — Ford und General Motors kommen auf das Siebenfache, europäische Massenhersteller nur auf das Vierfache. Einen Doppel-Downgrade auf „Sell“ vermied UBS, weil Nordamerika laut der Bank aus Wettbewerbs- und Regulierungssicht weiterhin die stärkste Region im Konzern bleibt.

Fiat setzt auf Mikromobilität in den USA

Während der Kern des Geschäfts unter Druck steht, sucht Stellantis-Marke Fiat einen ungewöhnlichen Ausweg: kleine Elektrofahrzeuge unterhalb der klassischen Auto-Kategorie. Fiat-Chef Olivier Francois will die Marke in den USA zum Gesicht der Mikromobilität innerhalb des Konzerns machen.

Der Hintergrund macht deutlich, wie dringend neue Impulse gebraucht werden: Fiat verkaufte in seinem ersten vollen US-Jahr 2012 noch 43.772 Fahrzeuge, im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 1.300 — ausschließlich die elektrische Version des 500er. Der neue Topolino, ein Quadricycle im Look des ikonischen Kleinwagens, startet bei rund 15.000 Dollar und wird zunächst testweise in Miami angeboten. Ob daraus mehr als eine Nische wird, bleibt offen — als Volumentreiber für die Kernmarken taugt das Projekt vorerst nicht.

Die eigentliche Belastung bleibt das Kerngeschäft. UBS verweist auf steigende Wettbewerbsdynamik in Europa und den Drittmärkten, die dem Konzern den Weg zu seinen ambitionierten Zielen für 2028 erschwert. Ob die im zweiten Halbjahr angekündigten Produktionskürzungen die Lagerbestände tatsächlich abbauen, ohne die Margen weiter zu belasten, dürfte die nächste Wegmarke für die Bewertung der Aktie sein.

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