Steyr Motors Aktie: 39 Euro gegen Auftragspolster
SMOT Acquisition bietet 39 Euro je Aktie; Steyr Motors meldete ein schwaches Halbjahr und verfügt über Aufträge bis 2030.

- Halbjahresumsatz bei 22,8 Millionen Euro
- EBIT fällt auf minus 1,1 Millionen Euro
- Auftragsbestand reicht bis ins Jahr 2030
- B&C Holding will Aktien andienen
Zwischen schwacher Halbjahresbilanz und prall gefülltem Orderbuch liegt derzeit das Übernahmeangebot der Red-Cat-Tochter SMOT Acquisition. Sie bietet 39 Euro je Aktie in bar. Ob das für einen Spezialisten für Militär- und Marinemotoren reicht, ist die zentrale Frage am Markt.
Schwaches Halbjahr, volles Orderbuch
Im ersten Halbjahr stagnierte der Umsatz bei 22,8 Millionen Euro, etwa auf Vorjahresniveau. Verzögerte öffentliche Beschaffungs-, Genehmigungs- und Abnahmeprozesse verhinderten geplante Erlöse von rund 10 Millionen Euro. Das EBIT rutschte auf minus 1,1 Millionen Euro, nach einem Plus von 3,4 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Im August zog das Management die Konsequenz und senkte den Ausblick. Für das laufende Jahr peilt es nun ein Umsatzplus von 15 bis 25 Prozent an, die EBIT-Marge soll bei 8 bis 12 Prozent liegen.
Gegen die operative Delle steht der Auftragsbestand von rund 310 Millionen Euro, der bis 2030 reicht. Er enthält Militärboote und einen Rahmenvertrag mit KNDS über rund 500 Motor-Generator-Einheiten bis 2034. Dieses mittelfristige Potenzial spiegelte der Aktienkurs in den vergangenen Monaten kaum wider.
Zusätzliche Chancen sehen Beobachter bei unbemannten Systemen, mobiler Energieversorgung und dem durch die BUKH-Akquisition erweiterten Marinegeschäft.
Das Angebot im Detail
SMOT Acquisition hat ein freiwilliges Barangebot angekündigt, der Preis bedeutet einen deutlichen Aufschlag auf das zuletzt gedrückte Kursniveau. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie.
Einen Grundstock hat der Bieter bereits sicher: Die B&C Holding Österreich, die rund 15 Prozent der Anteile hält, hat sich verpflichtet, ihre Aktien anzudienen. Vorbehaltlich regulatorischer Freigaben rechnet die Bieterin mit einem Abschluss im ersten Halbjahr 2027.
Marktbeobachter dürften nun abwägen, ob der Preis das Auftragspolster und die Erholungsaussichten angemessen abbildet. Aktionäre, die auf mehr hoffen, müssen auf Nachbesserung des Angebots setzen, die bislang nicht in Sicht ist. Einen weiteren Anhaltspunkt liefern die Quartalszahlen, die als Nächstes anstehen. Sie zeigen, ob die Verzögerungen bei den Abnahmeprozessen nachlassen und der angepasste Jahresausblick trägt.
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