Steyr Motors Aktie: Analysten bleiben trotz Kappung optimistisch

Steyr Motors kappt Prognose für 2026, Analysten halten am Kaufvotum fest. Verzögerungen im Verteidigungsgeschäft gelten als temporär, Auftragslage bleibt stark.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose deutlich reduziert
  • Verteidigungsaufträge nur verschoben
  • Kursziel leicht gesenkt, Kaufvotum bleibt
  • Übernahmeangebot von Red Cat zurückgezogen

Steyr Motors hat seine Prognose für 2026 deutlich zurückgenommen — und trotzdem hält eine Analyse an ihrem Kaufvotum fest. Der Grund: Die Verzögerungen im Verteidigungsgeschäft gelten als Timing-Problem, nicht als verlorene Aufträge.

Schwaches zweites Quartal, gekappte Jahresziele

Im zweiten Quartal erlöste der österreichische Motorenhersteller 11,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr — trotz eines Beitrags von 1,9 Millionen Euro aus der Marine-Tochter BUKH. Das bereinigte EBIT rutschte auf minus 0,8 Millionen Euro, nach plus 1,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür sind verschobene Abrufe wichtiger Kunden wie KNDS, während das zivile Geschäft im ersten Halbjahr um 39 Prozent zulegte.

Für das Gesamtjahr rechnet Steyr Motors nun mit einem Umsatzwachstum von 15 bis 25 Prozent statt der zuvor avisierten 75 bis 95 Prozent Steigerung — das entspricht einem Umsatz zwischen rund 56 und 61 Millionen Euro.

Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen acht und zwölf Prozent liegen, statt der ursprünglich angepeilten mindestens 15 Prozent. Auch die Mittelfristplanung für 2027 mit rund 140 Millionen Euro Umsatz und 40 Millionen Euro EBIT wurde zurückgezogen, ohne dass ein neuer Zielwert genannt wurde.

Warum die Nachfrage nicht das Problem ist

Der Vorstand betont, dass sich die Nachfrage in den adressierten Märkten nicht abgeschwächt habe — Umsatzbeiträge verschieben sich lediglich um ein bis zwei Jahre. Diese Einschätzung deckt sich mit der Analyse, die auf einen implizierten Wachstumssprung im zweiten Halbjahr von rund 41 Prozent zum Mittelwert der Guidance verweist.

Mehrere Wachstumstreiber für 2027 zeichnen sich ab: Der spanische Fahrzeughersteller Urovesa hat einen Fünfjahresvertrag mit dem spanischen Verteidigungsministerium über 1.000 Fahrzeuge auf Steyr-Motoren gewonnen, Produktionsstart soll im Januar 2027 sein. Das österreichische Verteidigungsministerium schreibt zudem 800 Fahrzeuge aus, bei denen zwei Steyr-Kunden in der Endrunde stehen. Hinzu kommt ein Rahmenvertrag mit KNDS über rund 500 Motor-Generator-Einheiten sowie ein weiteres Potenzial von etwa 70 Millionen Euro bei diesem Kunden. Als Wachstumsbasis dient ein auf 310 Millionen Euro gestiegener Auftragsbestand bis 2030.

Übernahmefantasie bleibt ein Kursfaktor

Red Cat hatte im Sommer ein unverbindliches Übernahmeangebot für Steyr Motors zurückgezogen, ein aktives Gebot liegt derzeit nicht vor. Der Vorstoß selbst gilt jedoch als Bestätigung des strategischen Werts der kompakten, leistungsstarken Motoren für sicherheitskritische Verteidigungsanwendungen — eine Fähigkeit, die sich nur schwer und langsam replizieren lässt. Die jüngste Kurskorrektur senkt zudem die finanzielle Hürde für eine mögliche Transaktion, auch wenn eine erneute Annäherung spekulativ bleibt.

Auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells wurde das Kursziel von 53 auf 49 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 27,90 Euro — mehr als 40 Prozent unter dem neuen Kursziel.

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