Steyr Motors Aktie: Übernahme perfekt

Der österreichische Motorenhersteller Steyr Motors erwirbt den dänischen Spezialisten BUKH und erweitert sein Portfolio für sicherheitskritische Marineanwendungen deutlich. Die Transaktion ist der erste Schritt der angekündigten M&A-Strategie.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme des dänischen SOLAS-Spezialisten BUKH abgeschlossen
  • Leistungsspektrum erweitert sich auf 24 bis 700 PS
  • Eröffnet Zugang zu neuen Märkten und Ausschreibungen
  • Erster konkreter Schritt der M&A-Strategie umgesetzt

Der österreichische Spezialmotorenhersteller Steyr Motors hat gestern die vollständige Übernahme des dänischen Marinedieselmotoren-Herstellers BUKH A/S bekanntgegeben. Mit dem Deal erweitert das Unternehmen sein Portfolio im Bereich sicherheitskritischer Marine- und Verteidigungsanwendungen erheblich – und setzt damit den ersten konkreten Schritt seiner angekündigten M&A-Strategie um.

SOLAS-Spezialist mit 125 Jahren Geschichte

Steyr Motors erwirbt 100 Prozent der Anteile an BUKH A/S und SLC Ejendomme ApS. Das 1899 gegründete dänische Unternehmen gilt als international anerkannter Spezialist für SOLAS-zertifizierte Motoren, die in Rettungs- und Militärbooten zum Einsatz kommen. SOLAS (Safety of Life at Sea) definiert verbindliche Anforderungen für Schiffssicherheit und Rettungsausrüstung – ein stark regulierter Markt mit hohen Eintrittsbarrieren.

Der Abschluss der Transaktion ist für Ende März geplant. Finanziert wird der Deal durch eine Kombination aus Barmitteln und einer Sachkapitalerhöhung, ergänzt um ein leistungsabhängiges Earn-out-Modell.

Portfolioerweiterung auf 24 bis 700 PS

Durch die Integration von BUKH erweitert Steyr Motors sein Motorenportfolio deutlich: Statt bisher 120 bis 300 PS deckt das Unternehmen künftig ein Leistungsspektrum von 24 bis 700 PS ab. Das macht Steyr Motors nach eigenen Angaben zum Komplettanbieter im Bereich sicherheitskritischer Marineanwendungen.

Besonders relevant: BUKHs jährliches Absatzvolumen an SOLAS-zertifizierten Motoren liegt etwa beim Vierfachen des bisherigen SOLAS-Marinevolumens von Steyr Motors. Das erweiterte Leistungsspektrum eröffnet zusätzliche Chancen bei internationalen Ausschreibungen über mehrere Leistungsklassen hinweg – insbesondere im wachsenden Segment unbemannter Überwasserfahrzeuge (USVs).

Synergien und zweiter Produktionsstandort

Neben der Skalierung im SOLAS-Segment gewinnt Steyr Motors einen zweiten europäischen Produktionsstandort in Dänemark, was die Lieferkettenresilienz erhöht. BUKH bringt zudem ein etabliertes internationales Vertriebs- und Servicenetzwerk ein, das den Marktzugang insbesondere in Asien und Südamerika verbessert.

Das Unternehmen erwartet unmittelbares Cross-Selling-Potenzial durch komplementäre Kundenstrukturen sowie überdurchschnittliche Margen im Aftermarket-Geschäft. Die langfristigen Ersatzteil- und Servicezyklen im SOLAS-Bereich gelten als besonders ertragsstark. Bereits im ersten vollen Konsolidierungsjahr rechnet Steyr Motors mit einem positiven EBIT-Beitrag.

Teil einer konsequenten Wachstumsstrategie

Die BUKH-Übernahme reiht sich in eine Serie strategischer Schritte ein: Anfang Februar hatte Steyr Motors vorläufige Geschäftszahlen für 2025 mit einem Umsatz von 48,5 Millionen Euro (plus 16,4 Prozent) und einem Auftragsbestand von über 300 Millionen Euro für 2026 bis 2030 veröffentlicht. Mitte Februar folgte die Ankündigung einer Umstrukturierung zur Holdinggesellschaft, um künftige M&A-Aktivitäten zu erleichtern.

Für 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 75 und 95 Millionen Euro an. CEO Julian Cassutti bezeichnete die BUKH-Transaktion als Ausgangspunkt für weitere potenzielle Akquisitionen. Ob und inwieweit BUKH bereits in die Umsatzprognose eingeflossen ist, dürfte beim Earnings Call am 6. März geklärt werden.

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