Stillstand bei 104 Dollar – warum die Fed jetzt machtlos ist
Die US-Notenbank sieht sich durch hohe Energiepreise und persistente Inflation an weiteren Zinssenkungen gehindert, während Märkte und starke Unternehmen erstaunlich robust reagieren.

- Brent-Ölpreis verharrt bei über 104 Dollar
- Fed-Leitzins bleibt vorerst unverändert
- Delta Airlines hebt Prognose trotz Kosten
- Mastercard übernimmt Stablecoin-Startup BVNK
Liebe Leserinnen und Leser,
am Montag schrieb ich Ihnen: Das Zinssenkungsmärchen für 2026 sei weitgehend auserzählt. Heute, zwei Tage später, liest sich diese Einschätzung fast noch zu milde. 104 Dollar für ein Fass Brent. Über 5.000 Dollar für eine Unze Gold. Eine US-Kerninflation, die sich bei 2,5 Prozent festbeißt. Wenn die Notenbanker der Fed an diesem Mittwoch in Washington zu ihrer zweitägigen Zinssitzung zusammenkommen, blicken sie auf ein makroökonomisches Armaturenbrett, das tiefrot blinkt – und auf dem kein einziger Hebel mehr in ihre Richtung zeigt.
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Die geopolitische Realität hat die Finanzmärkte fest im Griff. Und doch reagieren die Börsen erstaunlich abgebrüht. Unter der Oberfläche trennt sich gerade die Spreu vom Weizen: Wer Preissetzungsmacht hat, gewinnt. Wer auf billiges Geld angewiesen ist, verliert.
Lassen Sie uns die Puzzleteile dieses bemerkenswerten Handelstages zusammensetzen.
Die Zinswende als Geisel der Geopolitik
Der Ölmarkt gibt derzeit den Takt der Weltwirtschaft vor. Seit 17 Tagen kann durch die Straße von Hormus – das Nadelöhr für 20 Prozent des globalen Ölflusses – kaum noch ein Tanker sicher navigieren. Der Brent-Preis hat sich bei über 104 Dollar eingegraben. US-Präsident Trump polterte heute in Richtung NATO und warf den europäischen Alliierten einen „törichten Fehler“ vor, weil sie sich aus der militärischen Sicherung der Route heraushalten. Merz‘ klares Nein vom Montag hallt nach.
Für die Fed bedeutet dieser Energiepreisschock: Stillgestanden. Die Märkte haben eine Zinssenkung in dieser Woche komplett abgeschrieben; der Leitzins wird bei 3,50 bis 3,75 Prozent verharren. Analysten von Goldman Sachs und Morgan Stanley rechnen mittlerweile erst Ende 2026 mit dem nächsten Schritt nach unten. Am Montag nannte ich das Stagflations-Szenario die neue Basisannahme. Die Lage hat sich seither nicht entspannt – im Gegenteil.
Der DAX schüttelte die Sorgen heute Nachmittag bemerkenswert gelassen ab. Nach einem schwachen Start schloss der Leitindex 0,71 Prozent im Plus bei 23.730 Punkten, die Handelsumsätze blieben dünn. Gestützt wurde die Stimmung durch Meldungen, dass Israel den iranischen Sicherheitschef Ali Larijani getötet hat – was an den Börsen paradoxerweise als Hoffnungsschimmer auf ein schnelleres Kriegsende gewertet wurde.
Delta beweist: Preismacht schlägt Kerosinpreis
Wie viel Widerstandskraft die Konzernwelt aufgebaut hat, zeigte sich heute eindrucksvoll im US-Luftfahrtsektor. Eigentlich ist ein Ölpreis von 100 Dollar pures Gift für Airlines. Delta Air Lines lieferte das perfekte Gegenbeispiel: Trotz massiv gestiegener Treibstoffkosten hob CEO Ed Bastian die Umsatzprognose für das erste Quartal von 5 auf bis zu 9 Prozent Wachstum an.
Der Grund ist simpel. Die Nachfrage der Konsumenten bleibt derart robust, dass Delta die höheren Kosten mühelos über Ticketzuschläge weiterreicht. Die Aktie sprang um rund 5 Prozent nach oben und zog American und United Airlines direkt mit. Es ist die Lektion dieser Wochen, verdichtet in einer einzigen Quartalsprognose: In inflationären Zeiten überleben nicht die Sparsamen, sondern jene, die ihre Preise diktieren können.
Orlopp gegen Orcel: Frankfurts offene Flanke
In Frankfurt kochen derweil die Emotionen hoch. Am Montag beschrieb ich Orcels Vorstoß als Frontalangriff. Heute zeigte sich, wie unvorbereitet die Gegenseite war. „Wir haben gestern davon durch die Ad-hoc-Meldung erfahren wie alle anderen auch“, gab Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp auf einer Konferenz von Morgan Stanley ungewohnt offen zu.
Dass UniCredit-Chef Andrea Orcel die Commerzbank an den Verhandlungstisch zwingen will, nannte Orlopp eine Botschaft, die sie „nicht verstehe“. Die Ratingagentur Fitch goss zusätzlich Öl ins Feuer: Eine vollständige Übernahme würde das Profil der UniCredit zwar langfristig stärken, berge aber aufgrund des ungebetenen Charakters „erhebliche Ausführungsrisiken“. Am Montag stellte ich die Frage, ob Europa seinen eigenen Binnenmarkt ernst nimmt. Orlopps sichtbare Überrumpelung liefert eine erste, ernüchternde Antwort.
Mastercards 1,8-Milliarden-Wette auf Stablecoins
Während die traditionellen Banken um Marktanteile ringen, kauft sich Mastercard still die Infrastruktur der Zukunft. Für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar übernimmt der Zahlungsriese das Londoner Stablecoin-Startup BVNK – und sticht damit sogar Coinbase aus, das ebenfalls Interesse signalisiert hatte.
Das ist kein kleines Krypto-Experiment mehr. BVNK verarbeitet jährlich 30 Milliarden Dollar an Zahlungen in über 130 Ländern. Das gesamte Volumen von Stablecoin-Transaktionen lag 2025 bei gewaltigen 350 Milliarden Dollar. Die Blockchain-Technologie ist in der Herzkammer des globalen Finanzsystems angekommen. Bitcoin notiert passend dazu stabil bei über 74.300 Dollar.
Genau diese Frage – wer hinter den Kulissen der großen Marktbewegungen wirklich profitiert – steht im Mittelpunkt eines kostenlosen Webinars, das ich Ihnen heute empfehlen möchte. Die Experten Dr. Bernd Heim und Jörg Mahnert zeigen darin, wie man nicht auf die bekannten Giganten wie Nvidia oder Rheinmetall setzt, sondern auf deren unersetzliche Zulieferer – jene Unternehmen, ohne die kein KI-Chip berechnet und kein modernes Verteidigungssystem gebaut werden kann. Das Konzept kombiniert ein solides Value-Depot aus handverlesenen Zulieferer-Werten mit einer gezielten Hebel-Strategie für die explosivsten Marktbewegungen. Wer sich heute anmeldet, kann den Dienst „Die Depot-Architekten“ 30 Tage lang kostenlos testen und erhält sofort Zugriff auf die ersten konkreten Positionsempfehlungen. Zur kostenlosen Analyse: Zulieferer-Strategie der Depot-Architekten
Die Schweizer Festung und ihr verräterisches Timing
Zum Schluss ein Blick auf die Währungshüter unserer Nachbarn, die heute ihre Bücher öffneten. Die Schweizerische Nationalbank hat im Jahr 2025 Devisen für 5,2 Milliarden Franken gekauft. Im Vergleich zu den massiven Interventionen der Vorjahre – 110 Milliarden im Jahr 2020 – klingt das bescheiden.
Das Timing verrät allerdings mehr als die Summe. Fast die gesamten 5,1 Milliarden flossen im zweiten Quartal 2025 – exakt als Trump seinen „Liberation Day“ ausrief und neue Zölle ankündigte. Die SNB griff sofort ein, um den Franken als sicheren Hafen nicht zu stark aufwerten zu lassen. Mit einem Devisenbestand von 710 Milliarden Franken bleibt die Schweiz eine Festung, die ihre Exportwirtschaft mit allen Mitteln verteidigt.
Die Quintessenz
Wir erleben einen Markt, der extreme geopolitische Risiken erstaunlich gut verdaut, solange die Unternehmensgewinne sprudeln – ob bei Delta, bei Nvidia mit seiner Billion-Dollar-KI-Ambition bis 2027 oder bei Mastercard mit dem Griff nach der Krypto-Infrastruktur. Der morgige Mittwochabend wird zum Realitätscheck: Wenn Fed-Chef Jerome Powell vor die Presse tritt, wird jedes Wort zur Inflation auf die Goldwaage gelegt. Brent und der Dollar-Index bleiben die beiden Fieberthermometer, die über Portfolioentscheidungen bestimmen. Bei zinssensiblen Werten ist Geduld vorerst die klügere Strategie.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erkenntnisreichen Abend.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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