Stratec Biomedical: Euphorie nach Zahlen und neuem Kursziel

Geradezu euphorisch reagierten die Anleger in dieser Woche bei Stratec Biomedical auf die vorläufigen Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr. Dies lag zum einen an den wirklich sehr guten Daten, zum anderen aber auch daran, dass Sorgen, die im Vorfeld die Aktie belastet hatten, nun zumindest aktuell keine Rolle mehr spielen.

© Stratec Biomedical

Im vergangenen Jahr war die Aktie von Stratec Biomedical zuletzt im Oktober/November unter die Räder gekommen, nachdem das Unternehmen seine 9-Monats-Zahlen präsentiert hatte. Diese hatten damals zwar ein ordentliches Umsatzplus, dafür aber rückläufige Gewinnzahlen ausweisen müssen, was am Markt überhaupt nicht gut ankam. In der Folgezeit konnte die Aktie nach einem Zwischentief bei rund 41/42 Euro wieder eine Erholungsphase einläuten, die allerdings auch vor dem Hintergrund charttechnischer Hürden volatil blieb.

Viertes Quartal bringt Trendwende

Dieses bisherige Gesamtbild wurde nun mit dem Geschäftsbericht für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2016 faktisch komplett neu gezeichnet. Denn Strategie Biomedical, das unter anderem Analysesysteme und -Materialien für Labore und diagnostische Anwendungen entwickelt und produziert, konnte im vergangenen Jahr den Umsatz nach vorläufigen Zahlen um fast 26 % auf 185 Millionen Euro steigern. Dabei verbuchte insbesondere das vierte Quartal mit einem Zuwachs um 47,5 % auf 59 Millionen Euro einen unerwartet starken Anstieg.

Dies war insbesondere auch getrieben durch zwei inzwischen konsolidierte Akquisitionen. Nach Analysten-Berechnungen dürften die Akquisitionen rund 37 Millionen Euro Umsatz im Gesamtjahr bzw. 15 Millionen Euro im Schlussquartal beigesteuert haben. Rechnet man diese heraus, käme für das organische Wachstum im vierten Quartal aber immerhin noch ein Zuwachs um rund 10 % heraus.

Stratec Biomedical verbessert seine Margen

Ein ähnlich starkes Bild konnte Stratec Biomedical auch bei der Verbesserung seiner Profitabilität ausweisen. Dabei schaute der Markt insbesondere auf das vierte Quartal, wo das Unternehmen seine EBIT-Marge um deutliche 430 Basispunkte auf 23,6 % steigern konnte. Da die ersten neun Monate bekanntlich schwach verliefen, musste das Gesamtjahr zwar nur mit einem Rückgang beim Gewinn um rund 18 % auf 18 Millionen Euro beendet werden. Doch rechnen Analysten damit, dass das Unternehmen seinen Nettogewinn im laufenden Jahr wieder auf 23 Millionen Euro und nachfolgend auf 28 Millionen Euro steigern kann, mit jeweils verbesserten EBIT-Margen.

Strategie Biomedical hat angekündigt, seine Guidance für dieses Jahr mit der Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli aktualisieren zu wollen. Aktuell rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 205-220 Millionen Euro und leicht verbesserter EBIT-Marge.

Langfrist-Abwärtstrend bald auf dem Prüfstand

Wie angesprochen, konnte die Aktie nach der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen kräftig nach oben ausbrechen. Wobei auch hilfreich war, dass beispielsweise die Analysten von Warburg Research in einem Update nicht nur ihre Kauf-Empfehlung beibehielten, sondern auch ihr Kursziel von bisher 64 Euro auf 67 Euro angehoben haben. Angesichts der schon üppigen Bewertung von derzeit rund 26 im KGV für dieses Jahr scheint das auf den ersten Blick ambitioniert. Allerdings zeigen die Konsens-Erwartungen im Markt, dass hier für Stratec Biomedical eine klare Trendwende in den Ergebnissen erwartet wird. Und das könnte für ein entsprechend starkes positives Momentum sorgen.

Unter charttechnischen Aspekten dürfte es dabei erst richtig spannend im Bereich von 56 Euro werden, wenn der langfristige Abwärtstrend zur Disposition steht. Risikobewusste Anleger können aber auch bereits jetzt aktiv werden und hier entsprechend der weiteren Entwicklung mit gestaffelten Käufen agieren.

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