Strategy Aktie: 38 Prozent Minus seit Jahresbeginn
MicroStrategy verkauft erstmals seit 2022 wieder Bitcoin und erlöst 216 Mio. Dollar für Dividenden. Die Aktie verliert seit Jahresbeginn über 38 Prozent.

- Erster Bitcoin-Verkauf seit 2022
- Erlös von 216 Millionen Dollar
- Aktie mit 38 Prozent Jahresminus
- Neues Rahmenwerk für Krypto-Verkäufe
MicroStrategy bricht mit einem jahrelangen Dogma. Erstmals seit 2022 verkauft der Konzern wieder in großem Stil Bitcoin. Damit finanziert das Unternehmen laufende Verpflichtungen.
Zwischen Ende Juni und Anfang Juli veräußerte MicroStrategy 3.588 Bitcoin. Der Erlös lag bei rund 216 Millionen US-Dollar. Die liquiden Mittel flossen vorrangig in Dividenden für Vorzugsaktien.
An der Börse sorgt die Abkehr vom reinen Halte-Modell für Unruhe. Die Aktie beendete die Woche bei 82,82 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 38 Prozent.
Ein Rahmenwerk für Krypto-Verkäufe
Das Management etabliert parallel dazu das „Digital Credit Capital Framework“. Dieses Regelwerk erlaubt gezielte Bitcoin-Verkäufe zur Stützung der Finanzstruktur. Das Unternehmen darf damit Reserven von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar aufbauen.
Verkäufe für Zinsen und Dividenden unterliegen hingegen keinem festen Limit. Ein Pool von zwei Milliarden US-Dollar steht für mögliche Aktienrückkäufe bereit. Insgesamt könnten Verkäufe von über drei Milliarden US-Dollar folgen.
Anleger reagierten nervös auf die neue Flexibilität. Aktuell notiert das Papier gut 42 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI-Wert von 39 deutet immerhin auf eine baldige Bodenbildung hin.
Blick auf die Quartalszahlen
Ende Juli veröffentlicht der Konzern die Ergebnisse für das zweite Quartal. Analysten erwarten beim Gewinn je Aktie im Schnitt 0,78 US-Dollar. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen noch einen massiven Verlust.
Der Fokus liegt derweil auch auf einer Arbitrage-Chance. Die Vorzugsinstrumente des Konzerns notierten zuletzt deutlich unter ihrem Nennwert von 100 US-Dollar. Marktbeobachter sehen hier ein Potenzial.
MicroStrategy könnte Bitcoin-Verkäufe nutzen, um diese Papiere günstig zurückzukaufen. Das würde die künftigen Dividendenlasten spürbar senken. Die Bank Standard Chartered wertet den jüngsten Ausverkauf ohnehin eher als Kommunikationsproblem denn als Solvenzrisiko. Sie hält an ihrem Bitcoin-Jahresendziel von 100.000 US-Dollar fest.
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