Strategy Aktie: 70 Prozent unter dem Hoch

Strategy veräußert erstmals seit 2022 wieder Bitcoin. Der Mini-Verkauf zur Dividendenfinanzierung drückt die Aktie auf ein Mehrmonatstief.

Die Kernpunkte:
  • Erster Bitcoin-Verkauf seit 2022
  • Aktie fällt auf tiefsten Stand seit Monaten
  • Verkauf dient Dividendenfinanzierung von Vorzugsaktien
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Der größte Bitcoin-Halter an der Börse hat erstmals seit 2022 wieder Kryptowährungen verkauft. Die Aktie von Strategy – früher MicroStrategy – fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit Monaten. Zuletzt notierte das Papier bei 117,58 Euro, rund 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 391,80 Euro. Der RSI von 21,9 signalisiert: Die Aktie ist so stark überverkauft wie selten zuvor.

Ein Bitcoin-Verkauf, der keine Auswirkungen haben sollte

Zwischen dem 26. und 31. Mai veräußerte Strategy genau 32 Bitcoin. Der Erlös: rund 2,5 Millionen Dollar bei einem Durchschnittspreis von 77.135 Dollar pro Coin. Gemessen am Gesamtbestand von 843.706 Bitcoin sind das gerade einmal 0,004 Prozent – ein Bruchteil.

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Der Verkauf diente einem konkreten Zweck: Strategy finanzierte damit die Dividende seiner Vorzugsaktien (STRC), die mit jährlich 11,5 Prozent verzinst werden. Das Management um Michael Saylor betont, es handle sich um eine „Netto-Akkumulationsstrategie“. Das Unternehmen will für jeden verkauften Bitcoin künftig 10 bis 20 neue kaufen.

Die Märkte reagierten dennoch nervös. Canaccord senkte das Kursziel drastisch von 224 auf 163 Dollar, behielt aber die Kaufempfehlung bei. Benchmark-Analyst Mark Palmer hält dagegen: Sein Kursziel liegt bei 570 Dollar, die Reaktion auf den Mini-Verkauf sei übertrieben. Mizuho und TD Cowen positionieren sich mit Zielen von 265 beziehungsweise einem optimistischeren Ausblick irgendwo dazwischen.

Externer Gegenwind verstärkt den Druck

Neben dem Bitcoin-Verkauf belasten mehrere Faktoren den Kurs. Seit Wochen fließen Gelder aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs ab. Hinzu kommen Sorgen um mögliche Bitcoin-Transfers aus der Mt.-Gox-Insolvenzmasse. Die geopolitischen Risiken haben ebenfalls zugenommen.

Strategy hat parallel dazu sein ATM-Programm genutzt. Über den Verkauf von 801.994 Stammaktien nahm das Unternehmen rund 128,3 Millionen Dollar ein. CEO Phong Le kündigte an, die Emission von Vorzugsaktien auszuweiten, um die Liquidität zu sichern.

Ausblick

Die anstehende Proxy-Abstimmung über die Dividendenpläne der Vorzugsaktien dürfte zum Lackmustest werden. Strategy hält Bitcoin im Wert von rund 65 Milliarden Dollar zu Anschaffungskosten von 63,87 Milliarden – gemessen am aktuellen Bitcoin-Kurs von rund 77.000 Dollar liegt der gesamte Bestand nur knapp über der Gewinnzone. Ob das Unternehmen seinen Netto-Akkumulationsplan durchhalten kann, hängt maßgeblich vom Bitcoin-Preis ab.

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