Strategy Aktie: Bitcoin-Risiko
Das Unternehmen kaufte weitere 1.287 Bitcoin, meldete jedoch einen Buchverlust von 17,4 Mrd. USD im vierten Quartal. Ein hoher Cash-Bestand soll Dividendenzahlungen sichern.

- Zukauf von 1.287 Bitcoin im Wert von 116 Mio. USD
- Unrealisierter Quartalsverlust von 17,4 Milliarden Dollar
- Liquide Mittel von 2,25 Mrd. USD für Dividenden
- Möglicher Ausschluss aus dem MSCI USA Index
Strategy bleibt seinem radikalen Kurs treu: Noch mehr Bitcoin, noch mehr Bilanzschwankungen – und gleichzeitig ein dicker Cash-Puffer für Dividenden und Zinsen. Während der Kryptomarkt nach der jüngsten Korrektur etwas Luft holt, zeigt sich erneut, wie eng das Schicksal der Aktie mit dem Bitcoin-Preis verknüpft ist. Wie passt ein zweistelliger Milliardenverlust auf dem Papier zu einem weiterhin offensiven Kaufprogramm?
Neuer Bitcoin-Kauf und Finanzierung über Aktien
Zwischen dem 29. Dezember 2025 und dem 4. Januar 2026 hat Strategy weitere 1.287 Bitcoin erworben. Das Volumen lag bei rund 116 Millionen US‑Dollar, im Schnitt etwa 90.000 Dollar pro Coin.
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Damit summiert sich der Bitcoin-Bestand des Unternehmens auf 673.783 BTC. Die Anschaffungskosten liegen insgesamt bei 50,55 Milliarden Dollar, also im Schnitt 75.026 Dollar je Bitcoin. Bei aktuellen Marktpreisen um knapp 93.000 Dollar ergibt sich ein Treasury-Wert von rund 62 Milliarden Dollar.
Finanziert wurde der jüngste Zukauf nicht aus laufenden Erträgen, sondern über den Verkauf von 1.990.911 neuen MSTR-Stammaktien. Strategy setzt damit seine Linie fort, Eigenkapital am Markt aufzunehmen, um weitere Bitcoin zu kaufen – mit allen Chancen und Risiken für bestehende Aktionäre.
Milliardenverlust auf dem Papier in Q4 2025
Die Kehrseite der Strategie zeigt sich in der Verlustrechnung: Für das vierte Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen unrealisierten Verlust auf digitale Vermögenswerte von 17,44 Milliarden Dollar. Ursache ist der deutliche Rückgang des Bitcoin-Preises von rund 120.000 Dollar Anfang Oktober auf etwa 88.000 Dollar zum Jahresende.
Im Gesamtjahr 2025 summierten sich die unrealisierten Verluste auf 5,40 Milliarden Dollar. Teilweise abgefedert wurde dies durch einen latenten Steuerertrag von 1,55 Milliarden Dollar. Zum 31. Dezember 2025 wies Strategy gleichzeitig eine latente Steuerschuld von 2,42 Milliarden Dollar aus.
Wichtig: Es handelt sich um „Buchverluste“, also Wertminderungen ohne tatsächlichen Verkauf der Bitcoins. Dennoch unterstreichen die Zahlen, wie stark die Bilanz von der Volatilität des Kryptomarktes abhängt.
Solider Cash-Puffer für Dividenden und Zinsen
Parallel zum Bitcoin-Treasury hat Strategy seine USD-Reserven im Berichtszeitraum um 62 Millionen Dollar erhöht. Die liquiden Mittel summieren sich damit auf 2,25 Milliarden Dollar.
Diese Kasse ist explizit für laufende Verpflichtungen vorgesehen:
- Dividendenzahlungen auf die ewigen Vorzugsaktien
- Zinszahlungen auf ausstehende Schulden
Laut Unternehmens-Dashboard reichen die aktuellen Cash-Bestände für rund 32,5 Monate Dividendendeckung. Damit adressiert Strategy die Sorge, es könnte zu erzwungenen Bitcoin-Verkäufen kommen, nur um laufende Zahlungen bedienen zu können.
Aktie bleibt eng am Bitcoin-Takt
Die MSTR-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 55 % verloren und liegt damit deutlich unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Gleichzeitig notiert sie spürbar über dem jüngsten Jahrestief – ein Bild hoher Schwankungsbreite, aber keiner existenziellen Krise.
Auffällig ist der extreme technische Zustand: Mit einem 14‑Tage‑RSI von 84,2 gilt der Titel als deutlich überkauft, was die zuletzt starke Gegenbewegung nach dem Einbruch unterstreicht. Der Kurs liegt aktuell leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt, aber noch weit unter dem 200‑Tage-Durchschnitt, was die anhaltende Korrekturphase im größeren Bild widerspiegelt.
Die jüngliche Erholung fällt zusammen mit dem Anstieg des Bitcoin-Preises auf ein Sechs-Wochen-Hoch. Damit bestätigt sich erneut: Strategy handelt an der Börse faktisch wie ein hoch gehebelter Bitcoin-Proxy.
MSCI-Risiko bleibt im Hintergrund
Zusätzlichen Druck birgt ein mögliches Index-Thema: Strategy könnte nach den derzeit diskutierten Regeln aus dem MSCI USA Index herausfallen. Die geplante Methodik sieht vor, Unternehmen mit mehr als 50 % ihrer Vermögenswerte in digitalen Assets vom Index auszuschließen.
CEO Phong Le hat diese Pläne öffentlich kritisiert und sie sinngemäß damit verglichen, als würde man einen Ölkonzern für das Halten von Öl bestrafen. Ein endgültiger Beschluss steht noch aus, bleibt aber ein wichtiger Faktor für institutionelles Kapital.
Ausblick: Zahlen im Februar, Fokus auf Bitcoin und MSCI
Der nächste größere Termin ist der Earnings-Report Anfang Februar 2026. Dann wird klarer, wie sich die jüngsten Marktbewegungen konkret in Bilanz und Ergebnisrechnung niederschlagen. Analysten bleiben laut vorliegenden Einschätzungen grundsätzlich positiv: Citigroup bestätigt zwar „Buy“, hat das Kursziel aber von 485 auf 325 Dollar gesenkt; der Konsens liegt bei rund 490 Dollar.
Strategisch setzt das Management unverändert auf weiteres Bitcoin-Sammeln: Seit Start des Treasury-Programms im August 2020 wurden bereits 91 einzelne Zukäufe gemeldet. Für die nächsten Wochen dürften daher vor allem zwei Punkte entscheidend sein: die Entwicklung des Bitcoin-Preises und neue Signale zur möglichen MSCI-Index-Entscheidung.
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