Strategy Aktie: Insider setzt Zeichen
Ein Verwaltungsratsmitglied erwirbt erstmals seit Jahren Strategy-Aktien, während das Unternehmen seinen Bitcoin-Bestand auf Rekordniveau ausbaut und Indexrisiken vorerst entschärft sind.

- Erster offener Insiderkauf seit 2022 nach starkem Kursrückgang
- Bitcoin-Bestand auf neuem Rekord von 687.410 Einheiten
- MSCI verzichtet vorerst auf Indexausschluss des Unternehmens
- Analysten halten trotz hoher Verluste an positiver Einschätzung fest
Strategy hat eine bewegte Zeit hinter sich: Hohe Verluste auf dem Bitcoin-Portfolio, starker Kursrückgang, nervöse Diskussionen um Index-Ausschlüsse. Jetzt tritt ein langjähriger Director erstmals seit Jahren als Käufer auf – und das ausgerechnet nach einem harten Rücksetzer. Für viele Anleger ist das die zentrale Frage: Deutet dieser Schritt auf eine Bodenbildung hin oder bleibt die Aktie ein Spielball der Kryptoschwankungen?
Insiderkauf nach starkem Rückgang
Den aktuellen Auftrieb ausgelöst hat ein Insiderkauf von Carl Rickertsen, seit 2002 Mitglied des Verwaltungsrats. Er erwarb am 12. Januar 2026 insgesamt 5.000 Strategy-Aktien am Markt, zu einem Durchschnittspreis von rund 155,88 US-Dollar je Aktie – ein Volumen von etwa 780.000 US-Dollar.
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Brisant ist weniger die absolute Summe, sondern das Signal: Es handelt sich um seinen ersten offenen Marktkauf seit 2022. Zuvor war er per Saldo Verkäufer. Dass er nun nach dem deutlichen Rückgang der Aktie wieder zugreift, werten viele Investoren als Hinweis, dass das aktuelle Bewertungsniveau aus Sicht der Unternehmensinsider attraktiv erscheint.
Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der die Aktie zuvor stark von ihren Höchstständen Ende 2025 zurückgekommen war. Parallel hatte sich der Bewertungsaufschlag auf die Bitcoin-Bestände (die sogenannte mNAV-Prämie) im Zuge der Korrektur deutlich zusammengezogen. Der Kurs notiert mit 170,91 US-Dollar aktuell zwar spürbar über dem 52‑Wochen-Tief von 135 US-Dollar, aber immer noch mehr als 56 % unter dem Hoch von 391,80 US-Dollar. Nach 12 Monaten mit einem Rückgang von gut 52 % wirkt die jüngste Erholung eher wie eine Zwischenphase in einem weiterhin volatilen Umfeld.
Bitcoin-Bestände weiter ausgebaut
Parallel zum Insiderkauf treibt Strategy seine Bitcoin-Strategie konsequent weiter voran. Zwischen dem 5. und 11. Januar hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weitere 13.627 Bitcoin erworben, im Gesamtwert von rund 1,25 Milliarden US-Dollar.
Damit steigt der Bestand in der Unternehmensbilanz auf 687.410 Bitcoin – ein Rekordwert, der die Rolle als größter börsennotierter Bitcoin-Halter weltweit untermauert. Finanziert wurde der Zukauf über eine Mischung aus variabel verzinsten Vorzugsaktien und sogenannten At-the-Market-Aktienverkäufen.
Diese aggressive Kapitalallokation verstärkt den Hebel der Aktie auf den Kryptomarkt weiter. Stabilere Bitcoin-Preise oberhalb von 95.000 US-Dollar haben die Stimmung in dieser Woche spürbar aufgehellt. Gleichzeitig bleibt das Risiko: Schwächere Bitcoin-Notierungen würden sich unmittelbar in Bewertung und Stimmung rund um Strategy niederschlagen.
Entspannung bei Indexrisiken und Analystenreaktion
Zusätzlichen Rückenwind brachte eine Entscheidung des Indexanbieters MSCI. Das Haus hat jüngst klargestellt, Digital-Asset-Treasury-Unternehmen wie Strategy vorerst nicht aus seinen globalen Indizes zu entfernen, sondern das Thema in einem breiteren Review zu prüfen.
Damit fällt ein zentraler Belastungsfaktor erst einmal weg. Analysten von JPMorgan hatten zuvor geschätzt, dass ein Rauswurf aus MSCI-Indizes allein zu erzwungenen Verkäufen passiver Fonds im Volumen von rund 2,8 Milliarden US-Dollar hätte führen können. Hochrechnungen, die mögliche Schritte weiterer großer Indexanbieter einbezogen, kamen sogar auf ein potenzielles Gesamtabflussrisiko von bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich auch die Analystenseite etwas konstruktiver, trotz hoher Buchverluste. TD Cowen hat in dieser Woche zwar das Kursziel wegen der starken Volatilität und eines unrealisierten Verlusts von 17,44 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2025 auf 440 US-Dollar gesenkt, die grundsätzliche positive Einstufung aber beibehalten. Selbst nach der jüngsten Erholung impliziert dieses Ziel noch immer ein theoretisches Aufwärtspotenzial von deutlich über 100 %, was den hohen Beta-Charakter der Aktie im Kryptokontext unterstreicht.
Technische Lage und Ausblick
Kurzfristig richtet sich der Blick auf zentrale Kursmarken. Marktteilnehmer beobachten insbesondere den Bereich um 175 US-Dollar als mögliche Unterstützung. Die Aktie hat sich zuletzt spürbar vom 50‑Tage-Durchschnitt nach oben gelöst und liegt mit gut 10 % darüber. Gleichzeitig notiert sie noch klar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt, was den übergeordnet angeschlagenen Trend widerspiegelt. Ein RSI von 84,2 signalisiert zudem eine kurzfristig überkaufte Situation – ein Hinweis darauf, dass Rücksetzer nach der jüngsten Rally nicht überraschen würden.
Inhaltlich wird der nächste größere Prüfstein der anstehende Quartalsbericht sein. Dort dürfte das Management Details zum „21/21 Plan“ und zu weiteren Finanzierungsstrategien liefern. Da sich die Bewertung der Aktie weitgehend von der klassischen Softwarebasis gelöst hat und fast vollständig an den Bitcoin-Hebel gekoppelt ist, bleibt die Stabilität des Kryptomarkts oberhalb von rund 90.000 US-Dollar die zentrale Stellgröße für den Kursverlauf im ersten Quartal 2026.
Unterm Strich treffen bei Strategy derzeit drei Faktoren aufeinander: ein klarer Insiderkauf nach starkem Rückgang, ein weiter ausgebautes Bitcoin-Exposure und etwas Entspannung bei regulatorischen und indexbezogenen Risiken. Wie stark diese Kombination trägt, wird sich mit den nächsten Zahlen und der weiteren Entwicklung des Bitcoin-Preises konkret zeigen.
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