Strategy Aktie: Kursziel sinkt, Optimismus bleibt
Strategy verkauft Bitcoin-Bestände und senkt Kursziel. Analysten bleiben optimistisch, während die Quartalszahlen am 30. Juli neue Signale erwarten lassen.

- Bitcoin-Verkauf von 3.588 Einheiten
- Kursziel von Mizuho auf 213 Dollar gesenkt
- Optimistische Analysten halten an Outperform fest
- Quartalszahlen am 30. Juli im Fokus
Ein Bitcoin-Verkauf, ein gekürztes Kursziel und trotzdem ungebrochener Optimismus bei den Analysten — bei Strategy passt gerade nicht alles zusammen. Während das Unternehmen zum dritten Mal in seiner Geschichte eigene Bitcoin-Bestände abgestoßen hat, halten Investmentbanken an ihrer positiven Grundhaltung fest. Am 30. Juli wird sich zeigen, wie belastbar diese Zuversicht wirklich ist.
Strategy teilte mit, die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 nach US-Börsenschluss zu veröffentlichen. Um 17:00 Uhr Eastern Time folgt ein Video-Webinar, übertragen über Zoom sowie parallel auf X und YouTube. Der Termin dürfte in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit bekommen — schließlich hat das Unternehmen zwischen Ende Juni und Anfang Juli 3.588 Bitcoin abgestoßen, umgerechnet rund 216 Millionen Dollar.
Verkauf wirft Fragen zur Kapitalstruktur auf
Der Bestand bleibt mit 843.775 Bitcoin weiterhin gewaltig, aktuell etwa 52,3 Milliarden Dollar wert. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten von 74.476 Dollar pro Bitcoin liegen jedoch deutlich über dem jüngsten Verkaufspreis zwischen 59.256 und 60.773 Dollar — ein Buchverlust von rund 11,4 Milliarden Dollar zum Zeitpunkt der Transaktion.
Der Verkauf diente der Sicherung von Dollar-Liquidität, insbesondere zur Bedienung von Dividendenverpflichtungen. Beobachter sehen darin weniger eine akute Solvenzfrage als vielmehr eine Weichenstellung: Wird Bitcoin künftig regelmäßiger zur Kapitaldeckung herangezogen? Das unternehmenseigene „BTC Monetization Program“ erlaubt Verkäufe bis zu 1,25 Milliarden Dollar, wobei Marktbeobachter darauf hinweisen, dass Verkäufe zur direkten Dividendenfinanzierung teilweise außerhalb dieses Limits laufen könnten.
Ein Belastungsfaktor bleibt das Finanzierungsinstrument STRC, das mit einer annualisierten Rendite von zwölf Prozent wirbt. Da der Kurs seit Mai unter dem Nennwert notiert, ist der Kanal zur Kapitalaufnahme derzeit weitgehend blockiert — was den Druck auf andere Finanzierungswege erhöht.
Mizuho senkt Kursziel, bleibt aber bei Outperform
Die Investmentbank Mizuho reagierte auf die veränderte Lage mit einer deutlichen Kurszielsenkung von zuvor 265 auf 213 US-Dollar. Die Einstufung „Outperform“ behielten die Analysten dennoch bei. Hintergrund der Anpassung ist eine vorsichtigere Langfrist-Prognose für Bitcoin: Mizuho rechnet bis Ende 2027 nun mit einem Preis von rund 71.500 Dollar, statt der bislang angenommenen höheren Marke.
Die jährlichen Finanzierungskosten von Strategy entsprechen derzeit 3,4 Prozent des Bitcoin-Bestandes. Die Barreserven würden nach aktuellem Stand für etwa 17,4 Monate reichen, bei voller Ausschöpfung sogar für knapp 26 Monate. Das eigentliche Risiko beginnt dort, wo Bitcoin-Verkäufe von einer strategischen Option zu einer strukturellen Notwendigkeit werden.
Die Quartalszahlen am 30. Juli dürften erste Hinweise liefern, ob der jüngste Verkauf ein Einzelfall bleibt oder sich als wiederkehrendes Muster in der Kapitalstrategie etabliert.
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