Süss MicroTec Aktie: Jefferies hält die Treue!
Jefferies hält an der Kaufempfehlung fest, während Lieferengpässe Umsatz und Marge von Süss MicroTec belasten.

- Jefferies belässt Kursziel bei 84 Euro
- Deutsche Bank senkt Ziel auf 94 Euro
- Umsatzprognose 2026 auf 405 bis 425 Millionen Euro reduziert
- Produktionsverlagerung und Anpassung für etwa 70 Mitarbeitende angekündigt
Jefferies hat die Kaufempfehlung für Süss MicroTec am Freitag bestätigt – trotz der zuvor gesenkten Jahresprognose. Analyst Janardan Menon bezeichnete Investitionen in Cloud- und Rechenzentrumsinfrastruktur als wichtigsten Faktor für Halbleiterunternehmen. Damit steht der positiven Einschätzung des Investitionsumfelds eine konkrete operative Belastung gegenüber: Komponentenengpässe verschieben bei Süss MicroTec Umsätze ins kommende Geschäftsjahr.
Gestern legte die Aktie um 2,2% zu. Die Kursbewegung allein beantwortet allerdings nicht die Frage, wie schnell das Unternehmen die Lieferprobleme überwinden kann.
Infrastrukturinvestitionen stützen das Kaufurteil
Jefferies beließ das Kursziel am Freitag bei 84 Euro. Die Entscheidung war eine Bestätigung der bisherigen Empfehlung und keine neue Hochstufung. Menons Hinweis auf die Infrastrukturinvestitionen liefert das übergeordnete Argument für die positive Einschätzung.
Diese Perspektive ist von der kurzfristigen Geschäftsentwicklung zu trennen. Ein günstiges Investitionsumfeld beseitigt nicht automatisch Engpässe bei Komponenten. Für Anleger kommt es deshalb darauf an, ob Süss MicroTec die verschobenen Umsätze tatsächlich realisieren kann.
Auch Deutsche Bank Research hielt am 28. Oktober an der Kaufempfehlung fest. Das Analysehaus senkte allerdings sein Kursziel von 100 auf 94 Euro.
Damit fällt das Signal differenziert aus: Das Kaufurteil blieb bestehen, während die niedrigere Zielmarke eine vorsichtigere Bewertung ausdrückt.
Lieferengpässe belasten Umsatz und Profitabilität
Süss MicroTec hatte am 27. Oktober die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 405 bis 425 Millionen Euro gesenkt. Das Unternehmen begründete die Anpassung mit angespannten Komponentenlieferungen und zeitlichen Umsatzverschiebungen.
Zuvor hatte die Umsatzspanne bei 425 bis 485 Millionen Euro gelegen. Die Verschiebungen reichen nach Unternehmensangaben ins Geschäftsjahr 2027.
Die Belastung betrifft zugleich die Profitabilität. Süss MicroTec erwartet eine EBIT-Marge von 5 bis 7 Prozent. Bislang hatte das Unternehmen 8 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt.
Parallel kündigte Süss MicroTec an, die Produktion aus Garching auf Zhubei und Sternenfels zu konzentrieren. Zur Neuordnung gehört eine Anpassung der Personalstruktur um etwa 70 Mitarbeitende.
Für Anleger stehen somit zwei Ebenen nebeneinander: Jefferies betont die Bedeutung der Infrastrukturinvestitionen, während Süss MicroTec zunächst Lieferengpässe und den angekündigten Produktionsumbau bewältigen muss. Die bestätigte Kaufempfehlung ist ein positives Bewertungsurteil, aber noch kein Beleg für eine operative Entspannung.
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