Süss MicroTec Aktie: Prognose deutlich gekappt
Niedrigere Umsatz- und Margenziele treffen auf Produktionsverlagerung sowie Lieferengpässe bei einzelnen Komponenten.

- Fertigung wandert nach Taiwan und Sternenfels
- Rund 70 Mitarbeitende von Umstellung betroffen
- Umsatzziel für 2026 auf 405 bis 425 Millionen Euro gesenkt
- EBIT-Marge nun bei fünf bis sieben Prozent erwartet
Süss MicroTec senkt die Jahresziele und verlagert Teile der Fertigung. Der Vorstand hat beschlossen, die Produktion in Garching auf die beiden größten Standorte zu konzentrieren. Gleichzeitig bremsen Lieferengpässe bei einzelnen Komponenten das Geschäft.
Garching verliert die Fertigung
Künftig sollen in Garching keine Anlagen und Module mehr gefertigt werden. Die Produktion wandert nach Zhubei in Taiwan und nach Sternenfels in Deutschland. Betroffen sind etwa 70 Mitarbeitende. Die Anpassung der Personalstruktur soll sozialverträglich und im Dialog mit der Arbeitnehmervertretung erfolgen.
Das Unternehmen will damit Kapazitäten bündeln und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen. Der Aufsichtsrat hat zugestimmt. Kurzfristig kostet der Umbau allerdings Geld: Die Einmalaufwendungen belaufen sich auf rund 6,2 Millionen Euro, etwa 4,5 Millionen davon fallen bereits 2026 an. Langfristig verspricht sich Süss Kosten- und Effizienzvorteile.
Umsatz und Marge nach unten angepasst
Die neue Umsatzprognose für 2026 liegt bei 405 bis 425 Millionen Euro. Bisher peilte der Konzern 425 bis 485 Millionen Euro an. Selbst der obere Rand der alten Spanne ist damit Geschichte.
Noch deutlicher trifft es die Profitabilität. Die EBIT-Marge soll nur noch 5 bis 7 Prozent erreichen, zuvor standen 8 bis 10 Prozent im Plan. Die Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent bleibt unverändert, der Druck kommt also vor allem von den Einmalkosten und Verschiebungen bei der Umsatzrealisierung.
Zwei Faktoren stecken hinter der Kürzung. Zum einen führen zeitliche Effekte der Verlagerung zu Verschiebungen. Zum anderen sorgt die angespannte Liefersituation bei einzelnen Komponenten voraussichtlich dafür, dass Umsätze ins Geschäftsjahr 2027 rutschen. Das Geschäft geht dem Unternehmen demnach nicht verloren, es kommt nur später.
Aktie schon zuvor unter Druck
Die Aktie hatte im Sommer einen steilen Anstieg bis nahe 120 Euro erlebt und danach eine kräftige Korrektur durchlaufen. Die Prognosesenkung trifft also auf ein ohnehin angeschlagenes Chartbild. Marktbeobachter dürften nun vor allem auf die Quartalszahlen schauen, um zu prüfen, wie stark sich die Verschiebungen auf das Schlussquartal und das Jahr 2027 auswirken.
Konkret wird es mit den Zahlen zum dritten Quartal, in denen Süss die Details zu Einmalaufwand und Lieferengpässen einordnen dürfte. Dort zeigt sich, ob die Verschiebung in 2027 tatsächlich ein Aufschub bleibt.
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