Sulzer: Aktie klettert nach Pflicht-Übernahmeangebot

Die Aktie des Schweizer Industrie- und Maschinenbaukonzerns Sulzer konnte am heutigen Vormittag deutlich zulegen, nachdem die Investment-Gruppe Renova ein Übernahmeangebot abgegeben hat. Doch auf den zweiten Blick ist alles etwas komplizierter: Denn Renova bzw. der russischen Milliardär Viktor Vekselberg haben ihre Anteile an Sulzer überraschend auf über ein Drittel gesteigert – in der Schweiz ist gesetzlich geregelt, dass der Großaktionär in dem Fall ein Übernahmeangebot machen muss.

 

© Sulzer
© Sulzer

Dieses lag jedoch am unteren Ende der gesetzlich erlaubten Spanne und wird von den Aktionären nicht akzeptiert werden. Renova hatte also gar nicht vor, weitere Anteile an der Sulzer AG zu kaufen. Der Grund für diese zunächst skurril wirkende Aktion ist bei genauerer Betrachtung jedoch logisch. Den Kurs der Aktie stört das ohnehin nicht. Mit einem Plus von knapp fünf Prozent stieg das Papier am heutigen Montag bereits deutlich.

 

Sulzer bald mit Aktienrückkauf-Programm?

Die Sulzer AG will einen Teil ihrer überschüssigen Liquidität vermutlich an die Aktionäre zurückgeben. Aus diesem Grund ist auch ein Aktienrückkauf-Programm im Gespräch. Bei einem solchen Programm wäre der Großaktionär Renova ohne Zutun über die Anteils-Schwelle von 33,3 Prozent gestiegen und hätte voraussichtlich ein höheres Übernahmeangebot abgeben müssen.

So hat sich die Investment-Gruppe wohl bewusst für einen solchen Schritt entschieden, bevor ihr die Zügel quasi aus der Hand genommen werden. Für Sulzer hat die Aktion den positiven Nebeneffekt, dass der Aktienkurs heute steigt, obwohl sich eigentlich nichts verändert hat.

 

Sulzer in schwieriger Lage – Rückkauf-Programm könnte dennoch Impulse bringen

Abseits der Renova-Thematik hat die Sulzer AG es momentan nicht leicht. Der Schweizer Traditionskonzern hat zuletzt schwache Halbjahreszahlen mit sinkenden Umsätzen und Erlösen vermelden müssen. Die anhaltenden Probleme – zum Beispiel niedriger Ölpreis und starker Schweizer Franken – setzen Sulzer zu. Auf der Haben-Seite stehen stabile Auftragseingänge.

150804 Sulzer

Die Entwicklung der Aktie ist für die kommenden Monate demnach schwer vorhersehbar. Sollten die Schweizer jedoch tatsächlich ein Aktienrückkauf-Programm starten, sind positive Kursimpulse sehr wahrscheinlich – in dem Fall würden die Probleme des Konzerns nur eine untergeordnete Rolle spielen.

%d Bloggern gefällt das: