Super Micro: 1,1 bis 1,4 Milliarden Oracle-Auftrag verloren

Server-Spezialist Super Micro leidet unter hoher Kundenkonzentration und verfehlten Umsatzerwartungen. Analysten bleiben gespalten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt auf 31,04 US-Dollar
  • Ein Großkunde dominiert die Erlöse
  • Umsatz verfehlt Analystenschätzungen
  • Führungswechsel und KI-Partnerschaft

Super Micro Computer gerät weiter unter Druck. Der Server-Spezialist kämpft mit Zweifel an der Kundenbasis, rechtlichen Risiken und einer Aktie, die trotz des KI-Hypes klar an Boden verloren hat.

Der Freitagsschluss lag bei 31,04 US-Dollar, ein Minus von 6,02 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht immer noch ein Rückgang von 29,39 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 60,71 US-Dollar ist der Kurs inzwischen weit entfernt.

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Kundenkonzentration belastet das Bild

Besonders schwer wiegt die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Ein einzelner Kunde steht für 27 Prozent des Quartalsumsatzes und 39 Prozent der Erlöse seit Jahresbeginn. Das macht die Umsatzbasis anfällig, wenn Aufträge verschoben werden oder ganz wegfallen.

Hinzu kommt die Sorge um einen verlorenen Oracle-Auftrag im Volumen von geschätzt 1,1 bis 1,4 Milliarden US-Dollar. Dazu bleiben rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Exportkontrollen ein Thema. Auch ein hoher Bestand an B200-GPUs drückt auf die Stimmung, weil er auf eine unruhige Auftragslage hindeutet.

Analysten bleiben gespalten

Die Einschätzungen am Markt gehen auseinander. Der Konsens liegt weiter bei „Hold“, Goldman Sachs hält aber an einer Verkaufsempfehlung fest und verweist auf die hohe Kundenabhängigkeit.

Operativ liefert das Unternehmen weiterhin Wachstum, allerdings nicht ohne Enttäuschung. Im dritten Geschäftsquartal 2026 kletterte der Umsatz auf 10,24 Milliarden US-Dollar und lag damit 122,7 Prozent über dem Vorjahr. Am Markt war aber mehr erwartet worden: Analysten hatten mit 12,39 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Beim Gewinn pro Aktie sieht das Bild besser aus. Mit 0,84 US-Dollar lag Super Micro um 0,21 US-Dollar über den Prognosen. Für das laufende vierte Quartal stellt der Konzern nun ein Ergebnis je Aktie von 0,65 bis 0,79 US-Dollar in Aussicht.

Führung und KI-Strategie

Parallel dazu hat Super Micro die Führungsspitze umgebaut. Matthew Thauberger übernimmt den Posten des Chief Revenue Officer, Vik Malyala wechselt als Chief Business Officer in eine neue Rolle. Solche Wechsel sollen meist die operative Steuerung schärfen. In diesem Fall sollen sie wohl auch Vertrauen in einer angespannten Phase schaffen.

Das Unternehmen hält außerdem an seiner KI-Strategie fest. Im Mai unterzeichnete Super Micro eine unverbindliche Absichtserklärung mit NANO Nuclear Energy. Geplant ist die Verbindung von Mikroraktor-Technologie mit den eigenen KI-Server-Racks und Kühllösungen, um stromunabhängige KI-Rechenzentren zu ermöglichen.

Die Aktie selbst bleibt schwach, auch wenn sie über dem 200-Tage-Durchschnitt von 35,32 US-Dollar notiert mit einem Abstand von 12,11 Prozent nach unten. Die hohe 30-Tage-Volatilität von 94,55 Prozent zeigt, wie nervös der Markt weiterhin auf jede neue Nachricht reagiert.

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