Super Micro: 2,5 Milliarden Server-Schmuggel

Super Micro Computer verzeichnet Kursgewinne, während ein Milliarden-Exportskandal und drohende Sammelklagen den Konzern belasten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie steigt um über sechs Prozent
  • Ermittlungen wegen illegaler Server-Exporte
  • Frist für Anleger-Sammelklagen endet bald
  • Gemischt ausgefallene Quartalszahlen veröffentlicht

Kursrallye trifft auf Justizdrama. Während die Aktie von Super Micro Computer am Freitag deutlich zulegte, rückt eine wichtige Frist für Investoren näher. Hinter der Fassade des KI-Profiteurs schwelt ein milliardenschwerer Export-Skandal.

Die Aktie stieg am Freitag um 6,34 Prozent auf 35,58 US-Dollar. Damit kletterte der Kurs knapp über den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt. Parallel dazu verzeichneten Händler ein ungewöhnlich hohes Volumen bei Kaufoptionen. Das deutet auf spekulative Wetten hin. In der vergangenen Woche legte das Papier insgesamt um rund 15 Prozent zu.

Export-Vorwürfe und Milliarden-Betrug

Die US-Justizbehörden untersuchen mutmaßliche Verstöße gegen Exportkontrollen. Es geht um den Schmuggel von Hochleistungs-KI-Servern nach China. Die Folge: massiver rechtlicher Druck. Ein Verfahren des US-Justizministeriums richtet sich gegen drei Personen aus dem Umfeld des Unternehmens. Darunter befindet sich ein Mitbegründer.

Der Vorwurf wiegt schwer. Zwischen 2024 und 2025 sollen Server im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar illegal umgeleitet worden sein. Ziel war es offenbar, Umsätze unter Umgehung von US-Gesetzen zu generieren. Die Ermittlungen in Taiwan laufen derweil weiter.

Frist für Sammelklagen läuft ab

Geschädigte Anleger haben nur noch wenig Zeit. Bis zum 26. Mai 2026 können sie sich Sammelklagen gegen den Konzern anschließen. Mehrere Kanzleien werfen dem Management vor, wichtige Informationen verschwiegen zu haben. Diese Nachricht belastete den Kurs bereits im März massiv.

Das Unternehmen reagiert mit personellen Wechseln. Im Mai ernannte der Vorstand neue Leiter für das operative Geschäft und den Vertrieb. Diese sollen das Wachstum absichern. Indes bleiben die Finanzen ein Unsicherheitsfaktor.

Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 fielen gemischt aus. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,84 US-Dollar über den Erwartungen. Der Umsatz enttäuschte jedoch. Mit 10,24 Milliarden US-Dollar verfehlte Super Micro Computer das Analystenziel von 12,39 Milliarden US-Dollar deutlich.

Die Bilanz bleibt vorerst vorläufig und ungeprüft. Der Grund ist eine interne Prüfung der Exportkontrollen durch den Aufsichtsrat. Am 26. Mai endet die Bewerbungsfrist für die Federführung in den Klageverfahren. Anleger blicken nun auf die finale Bestätigung der Geschäftszahlen.

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