Super Micro Aktie: Margen unter Druck

Eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs rückt die schwindende Profitabilität des Server-Spezialisten in den Fokus. Die operative Marge hat sich in drei Jahren halbiert.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs stuft Aktie auf Sell herab
  • Operative Marge halbierte sich in drei Jahren
  • Umsatz im letzten Quartal deutlich unter Erwartungen
  • Stark erhöhte Aktivität bei Put-Optionen

Super Micro galt lange als Profiteur des KI-Booms, jetzt rücken die Schwachstellen im Geschäftsmodell stärker in den Vordergrund. Eine neue Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs hat die Diskussion um Wachstum um jeden Preis neu angefacht. Im Zentrum steht die Frage, ob der Server-Spezialist seine starke Position im KI-Markt halten kann, ohne weiter auf Profitabilität zu verzichten.

Goldman startet mit “Sell” – Margen im Fokus

Auslöser des Rücksetzers war eine Studie der Goldman-Sachs-Analystin Katherine Murphy, die am Dienstag die Beobachtung der Aktie mit einem „Sell“-Rating aufnahm. Begründung: Die Bank sieht eine „begrenzte Sichtbarkeit auf eine Verbesserung der Profitabilität“.

Besonders kritisch bewertet Goldman die Entwicklung der operativen Marge. Diese hat sich in den vergangenen drei Jahren laut Analyse etwa halbiert und liegt nun nur noch bei rund 9,5 Prozent. Als Hauptgrund nennt die Studie große, margenverwässernde Deals: Volumenaufträge treiben zwar den Umsatz, drücken aber offenbar die Ertragskraft je verkauftem System.

Hinzu kommt laut Goldman der zunehmende Wettbewerb durch klassische Originalgerätehersteller (OEMs) und Auftragsentwickler (ODMs). In diesem Umfeld wird es schwieriger, Preissetzungsmacht zu behalten und gleichzeitig aggressiv um Marktanteile zu kämpfen.

Die Reaktion am Markt fiel deutlich aus: Das Handelsvolumen sprang auf rund 52,2 Millionen Aktien und lag damit klar über dem Durchschnitt. Die Aktie markierte im Tagesverlauf ein Tief bei 27,80 US‑Dollar, bevor sie sich zum Schluss etwas erholte. Das hohe Volumen deutet darauf hin, dass vor allem institutionelle Investoren die neue, vorsichtigere Einschätzung aktiv verarbeitet haben.

Wachstumsgeschichte bekommt Kratzer

Die kritische Haltung von Goldman steht im Kontrast zur bisherigen Erzählung eines reinen Wachstumswertes im Zentrum der KI-Infrastruktur. Gleichzeitig spiegelt sie aber die jüngste Geschäftsentwicklung wider, die bereits Zweifel an der Qualität des Wachstums geweckt hat.

In den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026, die am 4. November 2025 veröffentlicht wurden, verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen deutlich: Der Umsatz lag bei 5,02 Milliarden US‑Dollar, während Analysten im Konsens mit 6,48 Milliarden gerechnet hatten. Auf Jahressicht entsprach das einem Rückgang von 15,5 Prozent. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag in diesem Quartal ebenfalls bei 9,5 Prozent – ein Niveau, das die Margenbedenken von Goldman untermauert.

Damit verschärft sich die Spaltung unter Analysten. Während einige Beobachter langfristig weiterhin Chancen in der starken Position im KI-Servermarkt sehen, bringt ein „Sell“-Rating einer großen Investmentbank zusätzlich Gewicht auf die skeptische Seite. Im Kern geht es um die Frage, ob Super Micro zu viele Zugeständnisse bei den Margen macht, um im Wettbewerb mit größeren Konkurrenten mitzuhalten.

Optionsmärkte signalisieren Pessimismus

Parallel zur Bewegung im Aktienkurs nahm auch die Aktivität an den Terminmärkten deutlich zu. Am Dienstag wurde ein stark erhöhtes Volumen bei Put-Optionen gemeldet – etwa das Dreifache des üblichen intraday-Durchschnitts.

Das spricht dafür, dass Marktteilnehmer verstärkt auf weitere Kursrückgänge setzen oder bestehende Positionen absichern wollen. In beiden Fällen ist die Botschaft ähnlich: Das Lager der Vorsichtigen wird größer, seit die Margenproblematik prominent auf die Agenda gehoben wurde.

Technisches Bild und Ausblick

Charttechnisch ist die Lage angespannt. Nach dem jüngsten Rückgang notiert die Aktie mit 28,60 US‑Dollar klar unter wichtigen Durchschnittslinien und rund 53 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Gleichzeitig verläuft im Bereich um 27,75 US‑Dollar eine Unterstützungszone, die bereits bei Rücksetzern im Januar, April und Mai 2025 gehalten hat.

Spannend wird der Blick auf den nächsten Zahlen-Termin, der um den 24. Februar 2026 erwartet wird. Dann muss das Management konkret darlegen, wie es die operative Marge stabilisieren oder verbessern will und wie sich große Volumenaufträge künftig auf die Profitabilität auswirken sollen. Für den Markt dürfte vor allem entscheidend sein, ob Super Micro eine schlüssige Balance zwischen Wachstum und Ertrag aufzeigen kann – daran wird die Aktie in den kommenden Wochen gemessen werden.

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