Super Micro Computer Aktie: 7,9% Sprung nach Microsoft-Zahlen

Microsofts Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur beflügeln Super Micro Computer. Neue Rack-Serie vorgestellt, Quartalszahlen für August erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus nach Microsoft-Investitionen
  • Neue KI-Rack-Serie vorgestellt
  • Produktionskapazität deutlich erhöht
  • Quartalszahlen für August angekündigt

Die Aktie von Super Micro Computer verzeichnete am Donnerstag einen deutlichen Kurssprung und beendete den Handel bei 27,73 USD. Dieser Zuwachs von 7,90 % folgte auf die Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen des Tech-Giganten Microsoft, die an den Märkten neues Vertrauen in die Nachhaltigkeit des KI-Booms auslösten. Da Super Micro Computer als spezialisierter Anbieter von Serverlösungen eng mit der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz verknüpft ist, reagierten Anleger unmittelbar auf die Investitionspläne der großen Cloud-Betreiber.

Microsoft-Zahlen befeuern Nachfrageerwartungen

Der Impuls für die Kursbewegung kam von den massiven Ausgabenzusagen aus Redmond. Microsoft meldete für sein viertes Geschäftsquartal einen Umsatz von 90,01 Milliarden USD und ein Wachstum der Cloud-Sparte Azure von 43 %. Besonders relevant für Zulieferer wie Super Micro Computer sind jedoch die Investitionsausgaben (Capex), die bei Microsoft im abgelaufenen Quartal 41 Milliarden USD erreichten.

Laut Medienberichten plant Microsoft für das Kalenderjahr 2026 Investitionen in Höhe von 175 Milliarden USD, um die Kapazitäten seiner Rechenzentren weltweit zu verdoppeln. Allein im vergangenen Jahr wurden 88 neue Rechenzentren in Betrieb genommen. Da etwa zwei Drittel dieser Investitionen in Prozessoren und die zugehörige Server-Hardware fließen, gilt Super Micro Computer als einer der direkten Profiteure dieser Entwicklung. Die Erwartung, dass die Nachfrage nach Hochleistungsservern das Angebot weiterhin übersteigt, stützte das Papier am Donnerstag zusätzlich.

Neue Rack-Serie für KI-Rechenzentren vorgestellt

Parallel zur Marktrallye gab Super Micro Computer am Donnerstag die Einführung einer neuen Serie von KI-Racks innerhalb seines DCBBS-Portfolios bekannt. Die zehn neuen Modelle sind speziell auf die kommenden Chip-Generationen ausgelegt und unterstützen unter anderem die NVIDIA-Plattformen Vera Rubin und GB300. Die Systeme sind für extrem hohe Anforderungen konzipiert: Sie tragen statische Lasten von bis zu 2.500 Kilogramm und verfügen über Flüssigkeitskühlungslösungen, die eine Wärmeleistung von bis zu 120 Kilowatt abführen können.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten massiv ausgebaut. Das Management gab bekannt, monatlich bis zu 3.000 Racks produzieren zu können, wovon 2.000 Einheiten für Flüssigkeitskühlung ausgelegt sind. Die Produktion erfolgt an Standorten im Silicon Valley, in den Niederlanden und in Taiwan. CEO Charles Liang hob in diesem Zusammenhang die sofortige Einsatzbereitschaft der Systeme („plug-and-play“) hervor, um die Inbetriebnahmezeiten für Kunden zu verkürzen.

Personelle Weichenstellung und Ausblick auf die Quartalszahlen

Auch auf personeller Ebene gibt es Veränderungen bei dem Hardware-Spezialisten. Das Board-Mitglied Yih-Shyan „Wally“ Liaw ist von seinem Posten zurückgetreten, wodurch das Gremium auf acht Direktoren schrumpft. Gleichzeitig wurde DeAnna Luna zur kommissarischen Compliance-Chefin (Acting Chief Compliance Officer) ernannt. Luna verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der globalen Handels-Compliance und war zuvor für Unternehmen wie Intel und Teledyne tätig.

Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf den 11. August, an dem Super Micro Computer seine eigenen Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal nach Börsenschluss vorlegen wird. Das Management hat bereits eine Umsatzprognose zwischen 11,0 Milliarden und 12,5 Milliarden USD abgegeben. Trotz der jüngsten Erholung weist die Aktie seit Jahresanfang noch ein Minus von 5,26 % auf. Analysten erwarten von der anstehenden Bilanzvorlage vor allem Klarheit über die Entwicklung der Bruttomargen, die das Unternehmen zuletzt mit 15 % bis 17 % prognostiziert hatte.

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