Super Micro Computer Aktie: Kundenkonzentration trübt Rekordquartal
Super Micro Computer hebt die Umsatzprognose an; Nachlieferungen und ein Großkunde prägen das Quartal, während die Bruttomarge sinkt.

- Quartalsumsatz steigt auf 19,946 Milliarden Dollar
- Ein Großkunde trägt 44 Prozent der Erlöse
- Jahresumsatzziel auf 72 bis 82 Milliarden angehoben
- Operativer Cashflow bleibt mit 434 Millionen negativ
Fast 20 Milliarden Dollar Umsatz in nur drei Monaten: Super Micro Computer hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 geliefert, was Analysten kaum für möglich hielten. Ein einzelner Großkunde steuerte allerdings 44 Prozent der Erlöse bei. Das relativiert den Glanz.
Rekord mit Abstrichen
Der Umsatz lag bei 19,946 Milliarden Dollar, 79 Prozent mehr als im Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Volumen fast vervierfacht. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,81 Dollar und übertraf die Erwartungen deutlich. Nachbörslich legte die Aktie zeitweise knapp 10 Prozent auf 34,46 Dollar zu.
Zum Gesamtbild gehört ein Einmaleffekt. Rund 2,3 Milliarden Dollar entfielen auf nachgeholte Lieferungen aus früheren Quartalen. Das Management rechnet nicht damit, dass sich dieser Schub wiederholt.
Die bereinigte Bruttomarge sank auf 12,8 Prozent, gut vier Prozentpunkte unter dem Vorquartal. Ursache ist der wachsende Anteil margenschwacher Großprojekte: KI-Lösungen machten 71 Prozent des Umsatzes aus, nach 59 Prozent im Vorquartal. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern eine Marge von 11,8 bis 12,2 Prozent an.
Prognose angehoben, Cashflow negativ
Die Jahresprognose steigt auf 72 bis 82 Milliarden Dollar Umsatz, zuvor waren es 65 bis 72 Milliarden. Für das laufende zweite Quartal stellt der Vorstand 19,5 bis 21,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Engpässe bei Komponenten, Flächen und Stromanschlüssen können laut Management die Auslieferungen verzögern.
Der operative Cashflow blieb mit minus 434 Millionen Dollar negativ. Das Lager wuchs auf 15,1 Milliarden Dollar, weil der Konzern Material für geplante Projekte vorhält.
Positiv fällt auf, dass sich der Forderungsausfall-Zeitraum von 59 auf 36 Tage verkürzte und der Cash-Conversion-Zyklus von 149 auf 97 Tage sank. Finanzchef Mark Long verwies auf 6,9 Milliarden Dollar Liquidität und eine Forderungsfazilität von 1,8 Milliarden Dollar. Eine Kapitalerhöhung sei derzeit nicht geplant.
Kapazitäten und Partner
Parallel baut Supermicro die Fertigung aus. Im Geschäftsjahr 2027 sollen monatlich mehr als 8.000 Racks entstehen, je zur Hälfte flüssig- und luftgekühlt. Neue Standorte sind unter anderem in Silicon Valley, Taiwan, Texas, Mexiko und im Nahen Osten in Planung. Mit Cisco und NetApp kamen Partnerschaften hinzu, die das Geschäft über die Hyperscaler hinaus verbreitern sollen.
Entscheidend für die Bewertung bleibt, ob die Marge um 12 Prozent stabil bleibt, während die Abhängigkeit vom Großkunden sinkt. Das Management stellt bei breiterer Kundenbasis Verbesserungen in Aussicht. Die Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, ob das Umsatzniveau ohne Aufholeffekte hält.
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