Super Micro Computer Aktie: Margen-Sprung überrascht

Super Micro Computer hebt Gewinnprognose für das vierte Quartal deutlich an. Die Bruttomarge soll sich nahezu verdoppeln, der Auftragsbestand erreicht einen Rekordwert.

Die Kernpunkte:
  • Bruttomarge-Prognose fast verdoppelt
  • Rekord-Auftragsbestand zum Jahresende
  • KI-Server-Nachfrage treibt Geschäft an
  • Aktie steigt nachbörslich über 15 Prozent

Eine Gewinnwarnung der positiven Art: Super Micro Computer hat am Dienstag die eigene Prognose für das vierte Fiskalquartal deutlich nach oben korrigiert. Die Aktie schoss nachbörslich um mehr als 15 Prozent nach oben und markierte bei knapp 30 Dollar den höchsten Stand seit Wochen.

Auslöser war ein vorläufiges Geschäftsupdate, das der Servermarkt-Hersteller direkt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Statt der im Mai in Aussicht gestellten Bruttomarge von 8,2 bis 8,4 Prozent rechnet Super Micro nun mit 15 bis 17 Prozent für das am 30. Juni 2026 beendete Quartal — nahezu eine Verdopplung. Das Unternehmen begründet den Sprung mit einer günstigeren Kunden- und Produktmischung.

Rekord-Auftragsbestand trotz schwächerem Umsatz

Der Umsatz selbst dürfte dagegen eher am unteren Ende der Spanne von 11,0 bis 12,5 Milliarden Dollar landen — Analysten hatten im Schnitt mit 11,67 Milliarden Dollar kalkuliert. Wichtiger für die Kursreaktion war ein anderer Wert: Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Fiskaljahres 2026 einen Rekordstand. Allein im vierten Quartal gingen neue Bestellungen im Volumen von über 60 Milliarden Dollar ein, die sich laut Unternehmensangaben über die kommenden Quartale in Umsatz verwandeln sollen.

Der Nachfrageschub hängt eng mit dem KI-Servergeschäft zusammen. Super-Micro-Systeme mit Nvidia-Grafikprozessoren sind derzeit stark gefragt — ein Trend, von dem auch Wettbewerber wie Dell und Hewlett Packard Enterprise profitieren. Beide Aktien legten nachbörslich ebenfalls zu, Dell um 5 Prozent, HPE um 4 Prozent.

Konkreten Rückenwind lieferte zudem ein Projekt mit SpaceX: Super-Micro-Chef Charles Liang hatte im Juni öffentlich verkündet, gemeinsam mit dem Elon-Musk-Unternehmen sowie xAI ein weiteres Gigawatt-Rechenzentrum für künstliche Intelligenz binnen eines Jahres aufzubauen.

Nach einem Kursverlauf, der die Aktie zeitweise deutlich unter ihr Jahreshoch von 62,36 Dollar und näher an das Jahrestief von 19,48 Dollar gedrückt hatte, liefert die Margenüberraschung nun das erste konkrete Signal für eine mögliche Trendwende in der Profitabilität. Belastbare Zahlen und einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr gibt es beim Earnings Call am 11. August.

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