Super Micro Computer Aktie: Sog erfasst ganze Branche

Super Micro übertrifft Gewinnerwartungen deutlich und hebt den Ausblick an. Die Aktie steigt um fast 20 Prozent und zieht Dell und HPE mit sich.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie übertrifft Erwartungen
  • Umsatzprognose für 2027 deutlich angehoben
  • Bruttomarge erholt sich auf 17,5 Prozent
  • Dell und HPE profitieren vorbörslich

Ein Ausblick, der Analysten überrascht, und ein Kurssprung von fast 20 Prozent — Super Micro Computer liefert am Mittwoch nicht nur eigene Zahlen, sondern zieht gleich die halbe AI-Server-Branche mit nach oben. Dell und HPE profitieren vorbörslich, weil Investoren die SMCI-Zahlen als Nachfragebarometer für den gesamten Sektor lesen.

Ausblick übertrifft Erwartungen deutlich

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verdiente Super Micro 1,62 US-Dollar je Aktie – weit über den erwarteten 0,92 US-Dollar und dem Vorjahreswert von 0,31 US-Dollar. Der Umsatz stieg auf 11,12 Milliarden US-Dollar, blieb damit aber leicht unter der Analystenschätzung und am unteren Rand der eigenen Prognosespanne. Für das Gesamtjahr 2026 kam das Unternehmen auf 39,06 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Gewinn von 3,26 US-Dollar je Aktie.

Wirklich bewegt hat den Kurs allerdings der Ausblick. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres stellt Super Micro einen Umsatz zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht — der Analystenkonsens lag bei knapp 12 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2027 rechnet das Management mit 65 bis 72 Milliarden US-Dollar Umsatz, während Analysten zuvor rund 54,4 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. CEO Charles Liang begründete den kräftigen Ausblick mit über 60 Milliarden US-Dollar an neuen Bestellungen im Juni-Quartal und einem Rekord-Auftragsbestand beim Eintritt ins neue Geschäftsjahr.

Margen erholen sich kräftig

Die Bruttomarge kletterte im vierten Quartal auf 17,5 Prozent, nach 9,9 Prozent im Vorquartal und 9,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Finanzchef David Weigand führte die Erholung auf einen günstigeren Kunden- und Produktmix zurück. Für das kommende Quartal rechnet das Unternehmen allerdings wieder mit einem Rückgang auf rund 10,6 Prozent, da der Anteil der margenschwächeren AI-Server am Umsatz von 60 auf 80 Prozent steigen soll.

Mizuho reagierte auf die Zahlen mit einer Anhebung des Kursziels auf 35 US-Dollar, behielt aber die neutrale Einstufung bei. Raymond James verweist derweil auf einen Belastungsfaktor abseits der operativen Zahlen: Eine laufende Untersuchung von US- und taiwanesischen Behörden zu mutmaßlich illegal nach China umgeleiteten Nvidia-Servern bleibe ein Risiko, das Kunden derzeit offenbar weitgehend ausblenden.

Sogwirkung auf Dell und HPE

Der positive Effekt zeigt sich unmittelbar bei den Wettbewerbern. Dell ging bereits mit einem Rekord-Auftragsbestand von 51,3 Milliarden US-Dollar für KI-Systeme ins laufende Quartal, HPE meldet kumulierte KI-Bestellungen von 16,4 Milliarden US-Dollar seit Beginn des Booms. In der Vergangenheit fielen die Aktien beider Konzerne oft im Gleichlauf mit enttäuschenden SMCI-Zahlen — nun läuft die Dynamik in die andere Richtung.

Dass Super Micro im Geschäftsjahr 2026 gleich neun Kunden mit jeweils über einer Milliarde US-Dollar Umsatz verzeichnete, gegenüber vier im Vorjahr, unterstreicht: Die Nachfrage verteilt sich mittlerweile auf eine breitere Kundenbasis. Ob sich der scharfe Margenrückgang im kommenden Quartal wie geplant nur als Übergangsphase erweist, dürfte sich an den nächsten Quartalszahlen zeigen.

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