Super Micro Computer: B200-Überbestand belastet Bilanz

Der Server-Hersteller verliert einen Milliardenauftrag von Oracle und kämpft mit veralteten Chip-Beständen. Trotz starker Quartalszahlen bricht die Aktie ein.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenauftrag von Oracle storniert
  • Lager mit veralteten B200-Chips gefüllt
  • Umsatzprognose trotzdem angehoben
  • Aktie auf tiefstem Stand seit Monaten

Starke Geschäftszahlen, aber eine bröckelnde Kundenbasis. Bei Super Micro Computer klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Ein geplatzter Milliardenauftrag und juristische Probleme setzen den Server-Bauer massiv unter Druck.

Geplatzter Auftrag und Schmuggel-Vorwürfe

Oracle storniert eine Bestellung über hunderte Server-Racks vom Typ Nvidia GB300. Der Auftragswert belief sich auf bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar. Super Micro hatte bis zur Absage erst einen Bruchteil der Hardware ausgeliefert.

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Marktbeobachter sehen einen direkten Zusammenhang mit aktuellen juristischen Problemen. Das US-Justizministerium hat im Frühjahr Anklage gegen Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw erhoben. Er soll KI-Technologie im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar illegal nach China geschleust haben. Oracle will sich offenbar von diesem Skandal distanzieren.

Veraltete Chips füllen die Lager

Neben dem juristischen Ärger wächst ein handfestes Lieferkettenproblem. Laut einem Bericht von Bluefin Research sitzt Super Micro auf großen Mengen älterer B200-Grafikchips. Kunden wie xAI und SpaceX lehnen diese Bestände ab. Sie bevorzugen stattdessen schnellere Server von Konkurrenten wie Dell und Hewlett Packard Enterprise.

Die Folge: Kapital bleibt gebunden. Super Micro drohen nun hohe Abschreibungen auf diese veraltete Hardware. Das Unternehmen kann die Chips im schlimmsten Fall nur noch mit Verlust verkaufen.

Starke Zahlen treffen auf Kurssturz

Diese operativen Rückschläge überschatten eigentlich solide Finanzdaten. Im zweiten Geschäftsquartal übertraf der Umsatz mit 12,68 Milliarden US-Dollar die Erwartungen deutlich. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf mindestens 40 Milliarden US-Dollar an.

An der Börse dominiert dennoch die Skepsis. Am Donnerstag brach die Aktie auf 26,75 US-Dollar ein. Seit dem Hoch im vergangenen Sommer hat das Papier mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Ein RSI-Wert von rund 24 signalisiert aktuell einen stark überverkauften Zustand.

Am 5. Mai präsentiert Super Micro die Ergebnisse für das dritte Quartal. Investoren erwarten dann konkrete Aussagen zum Ausmaß des Lagerproblems. Das Management muss außerdem klären, ob der Schmuggel-Skandal weitere Kundenabgänge nach sich zieht.

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