Super Micro: Klage überschattet 2-Milliarden-Deal
Super Micro Computer präsentiert auf der Computex neue KI-Lösungen und einen 2-Milliarden-Auftrag aus Indien, während eine Klage wegen angeblicher Exportverstöße nach China für Unruhe sorgt.

- Neue AMD-Plattform und KI-Fabrik-Konzept
- Milliarden-Partnerschaft für indisches Yotta-Projekt
- Klage wegen mutmaßlicher China-Export-Umgehung
- Aktie trotz Überkauft-Signalen stark im Plus
Super Micro Computer liefert auf der Computex 2026 eine massive Hardware-Offensive. Das Unternehmen meldet neue Partnerschaften und einen Milliarden-Auftrag aus Indien. Zeitgleich sorgt eine frische Klage für erhebliche Unruhe. Investoren werfen dem Management vor, Exportkontrollen für China umgangen zu haben.
KI-Fabriken und Indien-Expansion
Auf der Fachmesse in Taiwan präsentierte der Serverbauer neue Lösungen für riesige Rechenzentren. Ein Highlight ist die AMD-Helios-Plattform für das Training von Sprachmodellen. Parallel dazu kündigte Super Micro eine Blaupause für eine gigawattstarke KI-Fabrik an. Diese nutzt Nvidias neue Vera-Rubin-Architektur. Eine weitere Kooperation mit Arm soll die Baukosten für solche Anlagen massiv senken.
Operativ untermauert das Management diese Pläne mit einem Großauftrag. Super Micro schließt eine Partnerschaft mit Gorilla Technology für das indische Yotta-Projekt. Der Deal hat ein Volumen von zwei Milliarden US-Dollar. Er umfasst die Lieferung von über 25.000 Hochleistungs-Grafikkarten. Beide Unternehmen planen weitere gemeinsame Milliarden-Projekte im asiatisch-pazifischen Raum.
Brisante Vorwürfe um China-Exporte
Trotz der kommerziellen Erfolge wächst der juristische Druck. Anfang Juni reichten drei amerikanische Pensionsfonds Klage gegen die Führungsetage ein. Im Zentrum steht auch Mitgründer Yih-Shyan Liaw. Die Kläger werfen den Managern vor, illegale Wege für den Export genutzt zu haben.
Konkret geht es um die Umleitung von High-End-KI-Technologie nach China. Damit hätte das Unternehmen bestehende Exportkontrollen umgangen. Diese Vorwürfe wiegen schwer. Sie fallen zeitlich mit laufenden Untersuchungen des US-Justizministeriums zusammen. Für den Konzern entsteht hier ein erhebliches Risiko.
Überkauft und hoch verschuldet
An der Börse zeigt die Aktie bisher enorme Stärke. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 51 Prozent auf der Anzeigetafel. Am Donnerstag schloss das Papier bei 46,90 US-Dollar. Der Kurs hat sich damit weit von seinen gleitenden Durchschnitten entfernt.
Technische Indikatoren signalisieren nun eine Überhitzung. Der 14-Tage-RSI liegt bei 72,2 Punkten. Das gilt klassisch als überkauftes Terrain. Eine Konsolidierung rückt näher.
Fundamental steht das starke operative Wachstum auf einem teuren Fundament. Das Unternehmen übertraf zuletzt zwar die Gewinnerwartungen. Dem steht ein negativer freier Cashflow von 7,7 Milliarden US-Dollar gegenüber. Mit Verbindlichkeiten von knapp 8,8 Milliarden US-Dollar bleibt der finanzielle Spielraum eng.
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