SynBiotic Aktie: 1,5 Millionen Euro Verlust erwartet

SynBiotic SE kappt Umsatzprognose auf 17 Mio. Euro und erwartet Verlust. Nach Insolvenzen von Töchtern fokussiert sich der Konzern auf Medizinalcannabis.

Die Kernpunkte:
  • Insolvenzanträge bei zwei Tochterfirmen
  • Umsatzprognose fast halbiert
  • Statt Gewinn nun Verlust erwartet
  • Aktie erholt sich nach Rekordtief

Die Unternehmensgruppe SynBiotic SE steht vor einer tiefgreifenden Restrukturierung. Nach einer Serie von Insolvenzanträgen bei wichtigen Tochtergesellschaften und einer drastischen Korrektur der Geschäftsziele für das vergangene Jahr kämpft das Unternehmen mit den Auswirkungen massiver Umsatzrückgänge im CBD- und Hanfsektor.

Strategischer Rückzug nach Insolvenzwelle

Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, haben die Tochtergesellschaften SOLIDMIND Group GmbH und Lean Labs Pharma GmbH die Absicht erklärt, Insolvenzanträge beim Amtsgericht Münster einzureichen. Dieser Schritt markiert eine Fortsetzung der Krise innerhalb der Unternehmensgruppe: Bereits am 19. Juni hatte die Geschäftsführung der Hempro International GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens angekündigt.

Als Gründe für die finanzielle Schieflage werden erhebliche Umsatzrückgänge im Bereich der CBD- und Hanfprodukte sowie eine anhaltende rechtliche Unsicherheit genannt.

Bei Hempro International führten zudem verschlechterte wirtschaftliche Rahmenbedingungen infolge geopolitischer Ereignisse zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Hanf-Lebensmitteln und -Futtermitteln seit März dieses Jahres.

Die Konzernmutter hat daraufhin die finanzielle Unterstützung für die betroffenen Einheiten beendet. Ziel dieser Maßnahme ist es, weitere Mittelabflüsse zu verhindern und die verbleibenden Ressourcen auf strategische Kernaktivitäten zu fokussieren.

Drastische Revision der Geschäftsziele

Die operativen Schwierigkeiten spiegeln sich in einer massiven Korrektur der Finanzprognosen wider. Das Management revidierte die Guidance für das Geschäftsjahr 2025 deutlich nach unten.

Medienberichten zufolge erwartet das Unternehmen nun lediglich noch einen Umsatz von rund 17 Millionen Euro, nachdem ursprünglich 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Statt des zuvor prognostizierten Gewinns von 1,7 Millionen Euro wird nun mit einem Verlust in Höhe von 1,5 Millionen Euro gerechnet.

Das Geschäft von SynBiotic stützt sich derzeit zu 60 Prozent auf Medizinalcannabis, während CBD- und Hanfprodukte jeweils 20 Prozent zum Umsatz beitragen. Durch die Insolvenzen fallen nun wesentliche Teile der CBD-Sparte sowie die Entwicklungsabteilung weg. So zeichnete die Solidmind Group unter anderem für die Marke Hempamed verantwortlich, während Lean Labs als Forschungs- und Entwicklungsarm des Konzerns fungierte.

Markt reagiert nach Erreichen des Jahrestiefs

An der Börse wird die Lage des Unternehmens mit hoher Volatilität quittiert. Gestern markierte das Papier mit 0,8850 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Am heutigen Freitag zeigt sich jedoch eine technische Gegenbewegung: Aktuell notiert der Wert bei 0,9890 Euro, was einem Zuwachs von 12 Prozent entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Erholung bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von 64 Prozent stark belastet.

Anleger warten nun auf den September 2026. Für diesen Zeitraum hat die Gesellschaft die Vorlage des Konzernjahresabschlusses für 2025 nach HGB sowie den Halbjahreseinzelabschluss für 2026 angekündigt. Auch die ordentliche Hauptversammlung für das laufende Jahr ist für diesen Termin geplant.

Diese Veröffentlichungen dürften weitere Klarheit darüber bringen, wie das Unternehmen den Fokus künftig verstärkt auf den Bereich des Medizinalcannabis ausrichten will und welche finanziellen Spielräume nach der Trennung von den defizitären Tochtergesellschaften verbleiben.

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