SynBiotic Aktie: NuWays setzt Bewertung aus

Nach zahlreichen Insolvenzen im Beteiligungsnetzwerk stoppt NuWays die Bewertung der SynBiotic-Aktie. Der Fokus liegt künftig auf dem Medizinalcannabis-Geschäft von WEECO Pharma.

Die Kernpunkte:
  • NuWays setzt SynBiotic-Bewertung aus
  • Mehrere Tochterfirmen melden Insolvenz an
  • Fokuswechsel zu medizinischem Cannabis
  • Aktie verliert 75 Prozent seit Jahresbeginn

Nach einer Serie von Insolvenzen und Betriebseinstellungen innerhalb der Unternehmensgruppe hat das Analysehaus NuWays die Bewertung der SynBiotic-Aktie vorerst ausgesetzt.

Die Experten reagieren damit auf die weitreichende Auflösung des bisherigen Portfolios, die durch eine schwache Nachfrage im CBD-Bereich und regulatorische Unsicherheiten ausgelöst wurde. Das Rating steht nun unter Beobachtung („Under review“), während sich das Unternehmen operativ neu sortiert.

Massive Portfolio-Bereinigung nach Insolvenzwelle

Die Liste der Ausfälle im Beteiligungsnetzwerk von SynBiotic ist lang. Wie aus einer Analyse von NuWays hervorgeht, mussten Unternehmen wie Bushdoctor bereits im Dezember 2025 Insolvenz anmelden. Es folgten Hempro, SOLIDMIND sowie Lean Labs.

Zudem wurde der Betrieb bei HANF FARM und der Hemp Factory eingestellt. Dieser drastische Rückbau des Segments für frei verkäufliche Hanfprodukte ist laut Medienberichten die Folge eines schwierigen Marktumfeldes, in dem insbesondere das Interesse an CBD-Erzeugnissen eingebrochen ist.

Die strukturellen Probleme kommen nicht überraschend, nachdem die Finanzierung für mehrere Tochtergesellschaften bereits vor gut drei Wochen eingestellt worden war. Die nun erfolgte Einstufung durch NuWays verdeutlicht jedoch das Ausmaß der Portfolio-Bereinigung, da die bisherigen Bewertungsmodelle aufgrund der weggefallenen Geschäftsbereiche ihre Grundlage verloren haben.

Fokus verschiebt sich auf medizinisches Cannabis

Durch den Wegfall zahlreicher Beteiligungen verengt sich der geschäftliche Fokus der Gruppe massiv. Analyst Christian Sandherr von NuWays weist darauf hin, dass künftig das Unternehmen WEECO Pharma im Zentrum stehen wird.

Diese Tochtergesellschaft ist auf medizinisches Cannabis spezialisiert und soll Schätzungen zufolge im Geschäftsjahr 2026 rund 90 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaften. Die Konzentration auf den medizinischen Sektor markiert eine Zäsur für das Unternehmen, das zuvor breiter im Markt für Cannabis- und Hanfprodukte aufgestellt war.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit über die künftige Schlagkraft des verkleinerten Konzerns deutlich wider. Die Aktie notiert aktuell bei 0,6910 Euro, was einem Rückgang von 75 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Damit verbleibt das Papier in einem klaren Abwärtstrend und liegt derzeit etwa 37 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,09 Euro.

Ob die Fokussierung auf WEECO Pharma ausreicht, um die Verluste im übrigen Portfolio zu kompensieren, bleibt die zentrale Frage für die kommenden Quartale. Da das Kursziel durch das Analysehaus vorerst gestrichen wurde, fehlen dem Markt wichtige Anhaltspunkte für eine neue Bewertung der verbliebenen Unternehmenswerte.

Anleger müssen nun abwarten, wie stabil sich das verbleibende Kerngeschäft im Bereich des medizinischen Cannabis unter den aktuellen regulatorischen Bedingungen entwickelt.

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