Synopsys Aktie: EU-Chipplattform setzt auf ihre Software

Eine Vereinbarung mit dem Chips JU ermöglicht jungen Firmen und Forschungsteams den Zugang zu Synopsys-Designsoftware.

Die Kernpunkte:
  • Zugang für Start-ups und Forschungsteams
  • Nutzung von der Gründung bis Vorproduktion
  • Digitale, analoge und photonische Design-Flows
  • Keine finanziellen Details zur Vereinbarung

Synopsys öffnet seine Designsoftware für Europas Halbleiter-Nachwuchs. Auf einer Veranstaltung in Brüssel gab der Konzern heute eine Vereinbarung mit dem European Chips Joint Undertaking bekannt. Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungsteams erhalten damit über die European Chips Design Platform (EuroCDP) Zugang zu Werkzeugen für Electronic Design Automation (EDA).

Was die Vereinbarung umfasst

Die Plattform deckt beide Programmstufen ab, Level 1 und Level 2. Teilnehmer können die Synopsys-Lösungen damit von der frühen Gründungsphase bis zur Vorproduktion nutzen. Das EuroCDP-Programm selbst bietet zusätzlich IP, Schulungen, Finanzierung und Unterstützung beim Prototypenbau.

Das technische Angebot ist breit. Es reicht von vollständigen digitalen Front-End- und Back-End-Flows für KI- und HPC-Chips auf modernen Prozesstechnologien bis zu Design-Flows für photonische integrierte Schaltungen. Hinzu kommen Analog/Mixed-Signal-Flows für Industrie, Automotive und Vernetzung. Die Teilnehmer arbeiten laut Unternehmen mit denselben Design-, Verifikations- und Signoff-Lösungen wie führende Halbleiterhersteller weltweit.

Strategischer Hintergrund

Die Initiative ordnet sich in den European Chips Act ein, mit dem die EU ihr Halbleiterökosystem stärken will. Jari Kinaret, Executive Director des Chips JU, sprach von einem wichtigen Schritt, um Europas Chip-Innovation zugänglicher und dynamischer zu machen. Synopsys-Strategiechef Antonio Varas betonte den Beitrag zu einem wettbewerbsfähigeren europäischen Ökosystem.

Als Referenz führt Synopsys bestehende Kunden aus der Region an: Axelera AI, Openchip und SiPearl. Axelera nutzte für seine KI-Prozessoren Metis und Europa digitale Entwurfs- und Verifikationstechnik, ergänzt um Power-Integrity-Technologie von Ansys. Der Softwarehersteller hatte Ansys übernommen, die Technologie gehört heute zum Konzern.

Finanzielle Details nennt die Mitteilung nicht. Kurzfristige Umsatzeffekte sind daher kaum abzuleiten. Strategisch zielt der Schritt darauf, künftige Chip-Entwickler früh an die eigene Werkzeugkette zu binden. Wer seine ersten Designs mit Synopsys-Software entwickelt, bleibt oft auch beim Übergang in die Serienproduktion in diesem Umfeld.

Varas nimmt noch heute an der Podiumsdiskussion „Accelerating Chip Design in Europe“ in Brüssel teil, moderiert von Pierre Chastanet, Leiter Mikroelektronik und Photonik bei der Europäischen Kommission.

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