Synopsys Aktie: Umsatz steigt auf 2,28 Milliarden Dollar

Synopsys stellt alte Fertigungssoftware ein und setzt auf KI-Design-Tools. Analysten sehen großes Potenzial durch den Mangel an Chip-Entwicklern.

Die Kernpunkte:
  • Einstellung alter Fertigungssoftware
  • Fokus auf KI-Chip-Design-Tools
  • Umsatz steigt um 41,9 Prozent
  • Analysten sehen Kurspotenzial

Der Software-Spezialist Synopsys treibt seine strategische Neuausrichtung voran und richtet sein Portfolio konsequenter auf Werkzeuge für das Design von Chips mit Künstlicher Intelligenz aus. Während das Unternehmen ältere Softwarelösungen für die Fertigungssteuerung in Chipfabriken einstellt, bescheinigen Analysten von Goldman Sachs dem Konzern eine starke Positionierung, um von einem globalen Mangel an Chip-Designern zu profitieren.

Strategischer Umbau im Software-Portfolio

Laut Berichten von Reuters plant Synopsys, Softwarelösungen für die Fertigungssteuerung (EES und FDC) einzustellen. Dieser Schritt betrifft Kunden wie Samsung, SK Hynix, Kioxia und Qorvo. Die entsprechenden Verträge wurden bereits im April und Mai 2026 gekündigt, wobei die Wartung für bestehende Installationen noch bis Juli fortgeführt werden soll. Mit dieser Maßnahme geht ein Stellenabbau im Umfang von einigen Dutzend Positionen einher. Der Fokus verschiebt sich damit massiv in Richtung KI-gestützter Design-Automatisierung. Samsung hat bereits bestätigt, dass dieser Schritt keine unmittelbaren Auswirkungen auf die laufende Produktion haben wird.

Parallel zur Portfolio-Bereinigung baut Synopsys sein Angebot für moderne Halbleiter aus. Das Unternehmen lancierte die „Multiphysics Fusion platform“, die speziell für die Entwicklung von KI-Chips konzipiert wurde. Zudem vertiefte Synopsys die Zusammenarbeit mit Partnern wie Murata, um neue Simulationsmodelle für Ansys zu entwickeln. Goldman Sachs sieht in diesem Umfeld große Chancen: Durch den strukturellen Mangel an spezialisierten Ingenieuren steige die Nachfrage nach EDA-Tools (Electronic Design Automation). Sogenannte „Agentic AI“ könnte dem Sektor bis zum Jahr 2030 zusätzliche jährliche Umsätze von rund 3,7 Milliarden US-Dollar bescheren.

Quartalsergebnisse und Ausblick auf 2026

Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen das Wachstumspotenzial. Im zweiten Quartal erzielte Synopsys einen Umsatz von 2,28 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 41,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurden die Erwartungen der Analysten von 2,25 Milliarden US-Dollar übertroffen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) lag mit 3,35 US-Dollar ebenfalls über der Konsensschätzung von 3,15 US-Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 gab das Management eine Prognose für das Ergebnis je Aktie zwischen 14,72 und 14,80 US-Dollar aus. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wird auf 9,625 bis 9,705 Milliarden US-Dollar taxiert, bei einem erwarteten freien Cashflow von etwa 2 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem EPS zwischen 3,63 und 3,69 US-Dollar.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

An der Börse wird die Entwicklung derzeit mit gemischten Signalen aufgenommen. Der aktuelle Kurs notiert bei 377,00 € und verzeichnete heute eine Tagesveränderung von -2,08 %. Seit Jahresbeginn (YTD) weist die Aktie ein Minus von 8,07 % auf. Dennoch liegt der Wert mit 15,95 % über seinem 52-Wochen-Tief von 325,15 € vom 18. November 2025. Zum 52-Wochen-Hoch von 565,10 €, das am 30. Juli 2025 erreicht wurde, besteht ein Abstand von -33,29 %. Mit einem 50-Tage-Durchschnitt von 411,80 € liegt der aktuelle Kurs derzeit -8,45 % unter dieser Marke.

Die Analystenzunft bleibt für den Titel jedoch überwiegend optimistisch gestimmt. Von 17 befragten Experten vergeben 10 eine Kaufempfehlung, während einer das Rating „Strong Buy“ vergibt; fünf Analysten raten zum Halten und einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel wird mit 570,06 US-Dollar angegeben.

Besonders hervorzuheben sind die Kurszielerhöhungen namhafter Häuser: Citigroup sieht den fairen Wert bei 610 US-Dollar, Stifel und Goldman Sachs taxieren das Ziel auf jeweils 600 US-Dollar. Rosenblatt erhöhte das Kursziel auf 575 US-Dollar, während Piper Sandler die Aktie mit „Overweight“ und einem Ziel von 550 US-Dollar einstuft. Morgan Stanley sieht den Wert bei 525 US-Dollar.

Auf der Seite der institutionellen Investoren gab es zuletzt Bewegungen. Univest Financial Corp erhöhte seine Position im ersten Quartal deutlich um 107,6 % auf nun 30.562 Aktien. Sequoia Financial Advisors baute den Bestand um 15,2 % aus. Im Gegensatz dazu reduzierte Calamos Wealth Management die Beteiligung um 26,6 %. Auch bei den Insidern gab es Aktivität: CEO Sassine Ghazi verkaufte Mitte Juni 14.603 Aktien zu einem Preis von 458,96 US-Dollar, und CFO Shelagh Glaser veräußerte 3.394 Anteile zu 450,02 US-Dollar, jeweils im Rahmen von 10b5-1-Handelsplänen zur Begleichung von Steuerpflichten.

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